MICROFICCIONES Y CUENTOS

  • Im Blog MICROFICCIONES Y CUENTOS erscheinen Geschichten auf Spanisch aus aller Welt. Der Blog selbst sitzt in Argentinien und so sind viele Argentinier vertreten. Aber es gibt auch Geschichten aus Israel (Guy Hasson) oder quer aus Europa.

    Natürlich auch Geschichten deutschsprachiger Autoren wie

    Michael Marrak: MICROFICCIONES Y CUENTOS: Michael Marrak

    Michael Schmidt: MICROFICCIONES Y CUENTOS: Michael Schmidt

    Andrea Tillmanns: MICROFICCIONES Y CUENTOS: Andrea Tillmanns

    Frank Hebben: MICROFICCIONES Y CUENTOS: Frank Hebben

    Es gibt auch einen englischsprachigen Ableger:

    MICROFICTIONS AND STORIES,

  • Oh cool, ich mag superkurze Texte. Würde fast sagen, da ist ne Menge Flash Fiction drunter, Micro war bis 400 Zeichen mLz, oder? 500?
    Jedenfalls macht es Spaß, sowas zu schreiben, es kommt auf jedes Wort, jede Silbe an und das übt ganz schön, sich auch im Längeren aufs Wesentliche zu konzentrieren. Gucke ich mir auf jeden Fall mal an, immer schön für so einen Happen zwischendurch - und dann noch aus Lateinamerika, fein fein.

    [Nerdine]

  • Oh cool, ich mag superkurze Texte. Würde fast sagen, da ist ne Menge Flash Fiction drunter, Micro war bis 400 Zeichen mLz, oder? 500?
    Jedenfalls macht es Spaß, sowas zu schreiben, es kommt auf jedes Wort, jede Silbe an und das übt ganz schön, sich auch im Längeren aufs Wesentliche zu konzentrieren. Gucke ich mir auf jeden Fall mal an, immer schön für so einen Happen zwischendurch - und dann noch aus Lateinamerika, fein fein.

    [Nerdine]

    Sergio hat sogar Projekte zum gemeinsamen Schreiben. Also der eine schreibt den Anfang, du die Mitte und ein anderer beendet es. Ich habe somit zwei internationale Geschichten geschrieben (sind alle beide noch nicht erschienen), das ist echt spannend. Sich einerseits auf einen anderen Text einzulassen, der aus einem anderen Land stammt und das ganze automatisch übersetzt. Ist eine interessante Erfahrung.


    Zu den Längen:

    Drabble – Wikipedia

    Flash Fiction – Wikipedia

  • Mammut Ah, das sind sog. Exquiste Corpse, kommt aus dem klassischen Surrealismus und läuft auch übers Zeichnen (Seite wird umgeklappt und es bleiben nur die Ansätze für den nächsten Zeichner zu sehen). Sowas hab ich auch grad mitgemacht, aber alles explizit organisch.

    Elektronisch übersetzt? Okay, bin schon wieder draußen. Das würde bei so kurzen Texten ja keine halbe Stunde dauern. Sowas sollte alles über Latein laufen, weil das ja bereits eine tote Sprache ist. Man muss dafür nicht lebende killen. KIs spucken ja nur aus linguistischer Sicht tote Sprachen ( = Latein) aus: Keine Innovation, keine Veränderung, nur retrospektiv.

  • Mammut Ah, das sind sog. Exquiste Corpse, kommt aus dem klassischen Surrealismus und läuft auch übers Zeichnen (Seite wird umgeklappt und es bleiben nur die Ansätze für den nächsten Zeichner zu sehen).

    Elektronisch übersetzt? Okay, bin schon wieder draußen. Das würde bei so kurzen Texten ja keine halbe Stunde dauern. Das sollte alles über Latein laufen, weil da ja bereits eine tote Sprache ist. Man muss dafür nicht lebende killen. KIs spucken ja nur tote Sprachen im Sinne von Latein aus: Keine Innovation.

    Na ja. Sergio übersetzt das mit google oder so z.B. aus dem Deutschen und passt das Ergebnis dann in das richtige spanisch an. Was ist daran falsch? Wie soll das sonst funktionieren wenn man kein oder kaum spanisch spricht und nicht alle das in englisch schreiben?

  • Eben: Englisch schreiben oder sich jemanden anlachen, der die jeweilige Sprache beherrscht. Ggfs. schreibt ein Nicht-Englisch-Muttersprachler im Englischen, sodass es jemand dann ins Spanische oder wasauchimmer übersetzen kann. So, wie es Jahrhunderte lang auch lief. Das ist ja jetzt kein Mysterium oder so.

  • Das ist Quatsch was du erzählst. Aber wenn du immer noch am Lagerfeuer sitzen willst, ist das deine Sache. Die ganzen Technikexorzisten sind ja aktuell sehr rührig. Was allerdings gegen ein Übersetzungstool spricht weiß ich wirklich nicht. Warum sollten sich auch Leute auf der Welt auf einmal verstehen und z.B. im obigen Blog Geschichten aus aller Welt der spanischsprechenden Welt offenstehen?

    Ist natürlich keine Kunst. Kunst ist es wahrscheinlich, wieder mit Knüppel aufeinander los zu gehen.

  • Interessante Diskussion; was die LLMs im allgemeinen angeht, so bin ich voll bei Katla, hier werden nur Neuabmischungen des Sprachbestandes erzeugt, letztlich ein für den Kontext angepasster Würfelwurf, nichts weiter (wobei vermutlich manche auch in der “echten”, menschlichen Sprachäußerung nichts anderes sehen mögen).

    Übersetzungen hingegen würde ich anders beurteilen; sicherlich gibt es Übersetzungen von eigenständiger literarischer Qualität, aber diese sind eher die Ausnahme; generell ist Übersetzung eher ein “Handwerk”, für dessen “Gelingen” es eine ganze Reihe von mehr oder weniger objektiver Kriterien gibt, anhand derer man bewerten kann, wie “erfolgreich” eine Übersetzung ausfällt (wobei sich diese Bewertung natürlich auch mit dem “Zeitgeschmack” ändert). Der übersetzte Text ist niemals dem Original gegenüber gleichwertig («Traduttore, traditore»), aber es gibt aus meiner Sicht keinen Grund, weshalb in einer guten “Maschinenübersetzung” mehr vom “künstlerischen” Eigenwert eines Textes verloren gehen sollte, als in einer schlechten “menschlichen” Übersetzung…. (was natürlich nicht bedeutet, dass es nicht auch viele außerordentlich schlechte Maschinenübersetzungen gäbe, und dass die Unart, solchen Textmüll in Buchform zu publizieren - wie ich z.B. bei diesem Band den starken Eindruck hatte: https://www.amazon.de/UNTER-DEM-TRAU…/dp/3753163139/ - ein eklatantes Ärgernis darstellt!)

  • Interessante Diskussion; was die LLMs im allgemeinen angeht, so bin ich voll bei Katla, hier werden nur Neuabmischungen des Sprachbestandes erzeugt, letztlich ein für den Kontext angepasster Würfelwurf, nichts weiter (wobei vermutlich manche auch in der “echten”, menschlichen Sprachäußerung nichts anderes sehen mögen).

    Übersetzungen hingegen würde ich anders beurteilen; sicherlich gibt es Übersetzungen von eigenständiger literarischer Qualität, aber diese sind eher die Ausnahme; generell ist Übersetzung eher ein “Handwerk”, für dessen “Gelingen” es eine ganze Reihe von mehr oder weniger objektiver Kriterien gibt, anhand derer man bewerten kann, wie “erfolgreich” eine Übersetzung ausfällt (wobei sich diese Bewertung natürlich auch mit dem “Zeitgeschmack” ändert). Der übersetzte Text ist niemals dem Original gegenüber gleichwertig («Traduttore, traditore»), aber es gibt aus meiner Sicht keinen Grund, weshalb in einer guten “Maschinenübersetzung” mehr vom “künstlerischen” Eigenwert eines Textes verloren gehen sollte, als in einer schlechten “menschlichen” Übersetzung…. (was natürlich nicht bedeutet, dass es nicht auch viele außerordentlich schlechte Maschinenübersetzungen gäbe, und dass die Unart, solchen Textmüll in Buchform zu publizieren - wie ich z.B. bei diesem Band den starken Eindruck hatte: https://www.amazon.de/UNTER-DEM-TRAU…/dp/3753163139/ - ein eklatantes Ärgernis darstellt!)

    Hm, das scheint mir in sich nicht schlüssig. Als Autor geht es ja auch um die Umsetzung, also nicht nur die Geschichte selbst, die Charaktere, etc., sondern auch um Stil, also wie die Geschichte zubereitet ist.

    Wenn ich also meinen Text nehme, und lasse ihn übersetzen, oder ich nehme meinen Text und sag der KI, mach den ein wenig flotter oder tiefgründiger: Ist das wirklich ein Unterschied?

    Damals bei den beiden HdR Übersetzungen gab es einen richtigen Glaubenskrieg. Und wenn du die Blackwood Übersetzungen bei Suhrkamp siehst, die haben dem da auch eine ganz "spezielle" Stimme verliehen.

    Also ich würde das nicht so pauschal voneinander abgrenzen und die Tendenz, dass alles gleich klingt, ist in beiden Fällen gegeben.

    Beim Übersetzen ist es ja auch so, dass der Übersetzer eine eigene Stimme erschaffen muss, die einerseits dem Original gerecht wird, andererseits der Sprache, in die es übersetzt wird.

  • Was ich meine ist folgendes: Ein jeder Text - egal ob von Menschen oder von LLMs hervorgebracht - ist letzten Endes eine Abfolge von Entscheidungen innerhalb eines Kontexts. Diesen Kontext bildet zum einen die jeweilige Sprache, aber eben beim Menschen auch die individuelle (Bildungs-)Biographie, Überzeugungen, Vorlieben, usw. - kurz gesagt, alles das was “uns eben ausmacht”. Bei den LLMs ist die Gewichtung eine andere: sie sind famos gut darin, die Sprachkorpora zu erschließen und deren wiederkehrende Muster zu abstrahieren, aber jenseits dessen ist ihr Kontext sehr “arm”: ein paar Zeilen Systemprompt und Userprompt, mehr nicht; der Rest ist randomisierte Reproduktion von Mustern, quasi ein Würfelwurf bei dem der Würfel ziemlich vielen Seiten hat.

    Bei Übersetzungen hingegen wurden die relevanten Entscheidungen (im Kontext einer bestimmten Einzelsprache) ja schon getroffen, und die Herausforderung besteht nun “nur” noch darin, sie in einem quasi zu einer anderen Sprache “verschobenen” Kontextfenster möglichst adäquat zu rekonstruieren. Da spielt “Mustererkennung” letztlich eine größere Rolle als “individueller Ausdruck”, zumal letzteres sich in der Regel eher unter dem subsumieren lässt, was ich oben mit “Zeitgeschmack” meinte; ob man letztlich den Krege oder die Carroux beim “Herrn der Ringe” favorisiert, ist für mich eine reine Geschmacksfrage; beides sind “handwerklich solide” Übersetzungen, die eben unterschiedlichen ästhetisch-poetologischen Maximen folgen. Eine reine “Gebrauchsübersetzung”, anhand derer man sich den Inhalt eines fremdsprachlichen Textes möglichst ohne grobe Fehler oder Mißverständnisse erschließen können sollte, benötigt eine solche “literarische Schöpfungshöhe” aber nicht… und ich vermute, dass man heute ein Sprachmodell vermutlich auch schon “im Krege-Stil” oder “im Carroux-Stil” übersetzen lassen kann, da ja auch Stil letztlich Mustern und Regeln folgt…