Rechte und Übersetzungen von Laird Barron's Anthologien

  • Hallo liebe Phantasten,

    wie in manchen Vorstellungsrunden schon gesagt, bin ich riesiger Weird-Fiction und Cosmic-Horror-Fan und interessiert an denen, die Lovecraft's Erbe originell weiterführen oder in Anlehnung einen eigenen Mythos erschaffen, der "contemporary" ist.

    Damit fällt dir engere Auswahl schon mal grundsätzlich auf Thomas Ligotti und Laird Barron.

    Darunter hat sich schnell für mich herausgestellt, dass ich die Anthologien von Laird Barron (The Imago Sequence, Occultation, The Beautiful Thing That Awaits Us All + The Croning) verschlungen und geliebt habe.

    Zu meinem Entsetzen stellte ich schnell fest, dass die früheste Anthologie nun bald 20 Jahre alt ist und Barron im englischsprachigen Horror, besonders im Weird-Fiction/Cosmic--Horror-Raum, bereits lange ein gut bekannter Name ist (inzwischen hat er schon seinen eigenen "A Tribute to the Carnivorious Cosmos of Old Leech") bekommen.

    Wir haben nicht nur kaum eine vergleichbare Cosmic-Horror/Weird-Fiction-Szene in deutscher Sprache, wir haben nicht mals seine Werke übersetzt (Ausnahme: Jojo Media - Swift To The Chase. HERZLICHEN DANK!!!).

    Überhaupt empfinde ich es so, dass insgesamt wenige wichtige Werke der "Contemporary" Weird-Fiction/Cosmic-Horror übersetzt wurden/werden. Wandler Verlag zieht nach (John Langan - Der Angler/The Fisherman. HERZLICHEN DANK!!!).

    Mir ist es ein großes Anliegen als Cosmic-Horror und Weird-Fiction-Fan, eine Szene in Deutschland entstehen zu sehen oder wenigstens die bereits existierende Literatur auch in Muttersprache lesen zu können.

    Ich möchte diesen Thread erstellen um konkret mit Verlegern und/oder Übersetzern über solche Vorhaben sprechen zu können. Generell, ob es Interesse gibt, Vorhaben, Entwicklungen, etc.

    Ich hatte bei Gelegenheit schon mal gefragt, ob das möglich sei, jedoch scheint es so zu sein, dass die Rechte-Situation wohl schwierig ist. Evtl. könnten wir uns auch darüber austauschen.

    Meine größte Hoffnung liegt aktuell beim Wandler Verlag und Jojo Media, die nun starke Übersetzungen rausgebracht haben.

    (einen weiteren Hoffnungsträger habe ich hier vergessen - war es Golkonda?).

    Es gab mal die Hallucigenia-Anthologie, die nun schon länger nicht mehr erhältlich ist (die aber Laird Barron selber nennt, wenn man ihn fragt, ob man an deutschen Übersetzungen arbeiten kann).

    Hoffentlich finden sich hier entsprechende Interessierte Verläge und Verleger, evtl. auch Übersetzer.

    Absolute Traumvorstellung wäre, dass sich binnen weniger Jahre ein Übersetzungs-Projekt der wesentlichen Laird Barron-Anthologien ergeben würde.

    Hoffentlich kann hier ein Austausch entstehen, der uns diese Vision näherbringt.

    Falls jemand mitliest, der etwas über die Rechte-Situation weiß:

    Was macht es kompliziert? Wo liegen da Hürden und Schwierigkeiten?


    Mit freundlichen Grüßen

    Weird-Fiction-Fan [Skl]

  • Hey [Nerdine]

    Geht mir genau wie dir.

    Ich habe bei den beiden genannten Verlagen und sogar mit Barron selbst kommuniziert, in besagtem Anliegen und die Aussicht ist leider düster. Ich glaube absehbar wird es da keine komplette Übersetzung ganzer Bände geben, von einzelnen Texten abgesehen.

    Aber da lasse ich mich gern von Jo Piccol respektive Wandler23 korrigieren.

    Ein Nachdruck von Hallucigenia ist ebenfalls nicht in Aussicht. Was wirklich bedauernswert ist.

    Was John Langan anbelangt, habe leider keine Ahnung. Daran wäre ich auch sehr interessiert.

    „The Carnivorous Sky“ bspw. ist einfach eine Sensation.

    Ich glaube es bleibt nur zu hoffen und Daumen drücken.

  • Hey Blackstarrising,

    aber woran liegt denn das genau? Das kann doch gar nicht sein.

    Hast du da genaueres erfahren?

    Ich habe mir mittels KI tatsächlich schon alles mehrfach selbst übersetzt, aber ich finde es unbegreiflich, dass das keinem willigen Leser käuflich zur Verfügung stehen kann.


    Was macht hier die Aussicht so duster? Wieso ist die Rechtelage so kompliziert?

    Mit freundlichen Grüßen

    Weird-Fiction-Fan

  • Ich glaub so einfach ist das Thema nicht. Schau mal, Next Weird hat mir persönlich gut gefallen und das ist ja so das Schema, was die vorschwebt:

    Nighttrain: Next Weird – NightTrain

    Das Buch erschien 2018:

    Nighttrain: Next Weird : Reckermann, Tobias, Nicolay, Scott, Gavin, Richard, Grau, T. E., Jarvis, Timothy J., Barron, Laird, Slatsky, Christopher, Eschenfelder, Christian Veit: Amazon.de: Bücher

    Ende 2023 es vom Markt genommen wurde. Aber in den fast fünf Jahren, in deen das Buch auf dem Markt war, ist es scheinbar nicht gelungen, so viele Exemplare unter das Volk zu bringen, dass jetzt, wo das Buch nicht mehr verfügbar ist, ein Interessent ein Exemplar erwerben kann.

    Das spricht dafür, der Markt ist nicht sonderlich groß. Wenn man von einem ähnlichen Buch wie Nighttrain: Next Weird – NightTrain

    1000+ Exemplare unter das Volk bekommen würde, gäbe es auch ein reichhaltiges Angebot. Ich denke, das Problem betrifft auch nicht nur dieses Subgenre.

    Meiner Erfahrung nach gibt es nach und nach eine Menge an Interessenten für gewisse Literatur, aber die dann gezielt in einem bestimmten Zeitraum (sagen wir 5 Jahre) als Käufer zu motivieren, ist echt schwer. Es kommt ja nicht von ungefähr, dass die letzten Jahre viele Bücher limitiert rauskamen und die Limitierung 100 Exemplare war.

    Solange sich der Markt, ich sag mal generell für Horror und unheimliche Phantastik, nicht vergrößert, wird sich an diesem Zustand nichts ändern.

    Natürlich gibt es viele, die gerne Horror und unheimliche Phantastik lesen und auch Bücher kaufen. Festa hat es ja geschafft, den Weird Tales Schuber in einer Auflage von 999 Exemplaren schon vor Erscheinen zu verkaufen.

    Wir haben im deutschsprachigen Raum tolle Verlage, Autoren, Künstler, Herausgeber. Wir haben auch viele treue Leser und Käufer. Aber es ist in der Masse doch sehr übersichtlich.

  • Genau, was Mammut sagt.

    Wäre der Markt größer, gäbe es bei deutschen Verlagen natürlich größere Ambitionen, diese Lizenzen zu besorgen.

    Dafür ist auch das genre vermutlich zu speziell.

    Als ich mit Barron schrieb, hat er mir gesagt, dass er sehr viele Anfragen diesbezüglich bekommt und er selber keinen Durchblick hat, was wo verfügbar sein wird.

    Lizenzprobleme entstehen ja vor allem deshalb, weil Sprache, Territorium, Format und Zeit aufgesplittet sind.

    Und weil verschiedene Vertragspartner (Agenten, Autor, US-Verlag, Lizensnehmer..) unterschiedliche Rechte halten oder weitergegeben haben. Deshalb kann ein Band anders lizenziert sein, als der nächste.

  • Ja, das verstehe ich auch. Andererseits stirbt der bestehende Markt auch sofort aus ohne Angebot.

    Weird Fiction und generell die diversen Horror-Romane und Kurzgeschichten, die es in unendlicher Vielzahl im englischsprachigen gibt, seltenst im deutschen Vorfinden zu können bewegt mich auch dazu zu überlegen, ob ich einfach das falsche Genre lese.

    Wenn ich in eine Buchhandlung gehe und dann 30 Regale Krimi sehe und dann ein halbes Regal Horror, dass dann zu 50% aus Stephen King besteht, dann gibt es für Leser realistisch auch gar nicht die Möglichkeit zu entdecken, dass ich Weird Fiction oder Cosmic Horror, oder irgendwas der diverse Subgenres im Horror mag.

    Ich kann nie erfahren, dass ich Laird Barron Fan wäre, wenn ich niemals eine Geschichte in irgendeiner Buchhandlung finde. Das Angebot im deutschen Markt gibt ja gar nicht her, dass ein Geschmack sich überhaupt in diese Richtung entwickeln kann.

    Aber ja, ich verstehe natürlich auch, dass es es ohne bestehende Nachfrage auch kein Angebot geben wird.

    Next Weird wäre genau mein Ding gewesen. Nie davon gehört. Und jetzt ist es zu spät.

    Als ich Laird Barron entdeckt habe, da war die deutsche Halluzigenia-Übersetzung schon lange nicht mehr verfügbar. Zu spät.

    Eigentlich bräuchte es ein Festival, dass der deutschen Leserschaft diese Subgenres überhaupt erst präsentiert. Oder Propheten des Cosmic-Horror und Weird-Fiction in allen deutschen Großstadt-Fußgängerzonen, die die etlichen Autoren und Geschichten vorstellen.

    Liebe Grüße

    Weird-Fiction-Fan

  • Deine Analyse der Lizenzprobleme kann ich nur bestätigen. Und wenn ich als Verleger im Vorhinein annehmen kann, dass ich von einem Buch sagen wir mal 500 Exemplare über einen Zeitraum von 5 Jahren (das wäre ein typischer Zeitraum für die Lizensierung einer deutschen Ausgabe) nicht zumindest kostendeckend verkaufen kann, dann wird das Ganze zur Liebhaberei.

    Das verhält sich allerdings in anderen Genres und bei großen Publikumsverlagen nicht anders.

    Das Gros der erscheinenden Titel ist nicht kostendeckend und wird von einigen wenigen Bestsellern kompensiert.

    Bei der Attraktivität von Weird Fiction und "anspruchsvollem" Horror im deutschsprachigen Raum gehe ich weitgehend auch mit euch konform, trotzdem bin ich guter Hoffnung, dass sich das ändern lässt. Es geht sicher darum, neue Zielgruppen zu erschließen. Festa versucht es, wir versuchen es, Buchheim versucht es, Wandler versucht es, und viele andere auch.

    Ich halte es auch für ein Problem, dass der Markt im deutschsprachigen Raum mit drittklassiger More-of-the-same-Fantasy und Young Adult Romance (auch von Selfpublishern) überschwemmt wird, nur weil sich das scheinbar im Moment leichter verkaufen lässt - da wird es immer schwieriger, die wenigen Perlen im Einheitsbrei zu finden. Es gibt offenbar auch ganz allgemein eine deutliche Trennung in Unterhaltungsliteratur und künstlerisch wertvoller "gehobener" Literatur - preisgekrönte Autoren wie Daniel Kehlmann oder Clemens Setz, die durchaus genretypische Elemente in ihre Bücher integrieren, werden jedoch in der öffentlichen Wahrnehmung gar nicht damit assoziiert bzw. entsprechend vermarktet.

    Andererseits darf man auch nicht vergessen, dass nur ganz wenige Autoren von Ihrem Schreiben leben können - das gilt im deutschsprachigen Raum genauso wie international und für Genre-Literatur ebenso wie für Mainstream.

    Im englischsprachigen Raum ist man da schon deutlich weiter. Auch ein Stephen King hat etliche Jahre gebraucht, um sich seinen Markt zu erobern, Millionen Leser zu erreichen und diesen für andere aufzubereiten. Ein Ramsey Campbell hat Jahrzehnte damit verbracht, für die literarische Anerkennung zu kämpfen, die dem Genre seiner Meinung nach gebührt. Der Amerikaner Paul Tremblay ist sogar der Meinung, dass aktuell gerade ein "Goldenes Zeitalter" für Weird Fiction vorherrscht und die Nachfrage so groß ist wie noch nie. Ein Laird Barron hat von seiner neuen Storysammlung innerhalb von ein paar Monaten über 10.000 Stück verkauft. Und im Film- und Serienbereich gehören Horror und Mystery zu den zugkräftigsten Genres.

    Letztlich muss eh jede/r für sich selbst entscheiden, was er oder sie lesen möchte - mich interessiert als Leser und Autor jedenfalls genreübergreifend das Neuartige, Innovative und Anspruchsvolle und nicht der tausendste Abklatsch. Als Verleger sehe ich mich in der Rolle, Inspiration und Anreiz dafür zu bieten.

    Wie seht ihr das?

  • Wie seht ihr das?

    "Genreübergreifend das Neuartige, Innovative und Anspruchsvolle" zu fördern und zu publizieren, fände ich begrüßenswert - nicht nur in Form von Übersetzungen und Wiederveröffentlichungen alter Werke.

    Ich frag mich, ob möglicherweise internationale Kooperationen sinnvoll sein könnten, sodass in einem Buch eines Subgenres die darin veröffentlichte Geschichte in verschiedenen Sprachen veröffentlicht ist und das Buch dadurch weltweit auf Interesse stoßen könnte.

    Die Genre-Fangemeinde ist möglicherweise bereit, auch Buchpreise von 50 Euro aufwärts zu bezahlen - eventuell vorab finanziert durch Vorbestellungen oder Crowdfunding.

  • "Genreübergreifend das Neuartige, Innovative und Anspruchsvolle" zu fördern und zu publizieren, fände ich begrüßenswert - nicht nur in Form von Übersetzungen und Wiederveröffentlichungen alter Werke.

    Ich frag mich, ob möglicherweise internationale Kooperationen sinnvoll sein könnten, sodass in einem Buch eines Subgenres die darin veröffentlichte Geschichte in verschiedenen Sprachen veröffentlicht ist und das Buch dadurch weltweit auf Interesse stoßen könnte.

    Die Genre-Fangemeinde ist möglicherweise bereit, auch Buchpreise von 50 Euro aufwärts zu bezahlen - eventuell vorab finanziert durch Vorbestellungen oder Crowdfunding.

    Hallo Tintenkiller,

    eine solche internationale Kooperation wäre sicher hilfreich, funktioniert in der Praxis so aber leider nicht, oder nur in Ausnahmefällen, wenn ein Verlag in Bausch und Bogen die weltweiten Übersetzungsrechte von einem Autor erwirbt - was manches Mal bei Roman-Veröffentlichungen weltbekannter Schriftsteller der Fall ist, und da ggf. auch gleich die Filmrechte mit inkludiert sind.

    Ansonsten ist man auf individuelle Vereinbarungen mit den Autoren, deren Literaturagenten oder Verlagen, die die Rechte eines Buches oder einzelner Geschichten angekauft haben, angewiesen.

  • Erst mal, ich bin SO unendlich FROH, dass Leute wie du (Jojo Media) und Wandler, Buchheim, dass ihr macht was ihr macht und damit auch meine Träume und Wünsche verwirklicht. Das macht mich unglaublich glücklich.

    Das Kernproblem verstehe ich, aber das muss doch irgendwie lösbar sein, nehme ich zumindest an. Es wird doch irgendeinen Weg geben müssen z.B. Laird Barron in den deutschen Markt rein zu kriegen...

    Es gibt da ja verschiedene Probleme und Ebenen und dementsprechend auch verschiedene Lösungswege auf unterschiedlichen Ebenen. Die Rechte sind ein Thema, was ist denn da eigentlich ganz genau das Problem?

    Beim Thema, dass du hier anbringst:

    "von einem Buch sagen wir mal 500 Exemplare über einen Zeitraum von 5 Jahren (das wäre ein typischer Zeitraum für die Lizensierung einer deutschen Ausgabe) nicht zumindest kostendeckend verkaufen kann, dann wird das Ganze zur Liebhaberei."

    Kann es sa sinnvoll sein, eine mehrmonatige/mehrjährige Crowdfunding-Kampagne zu starten, um also ein gewisses Kapital für eine gewisse (oder höhere) Stückzahl zu generieren und Kosten zu decken?

    Ich würde mich z.B. dafür einsetzen, vielleicht kann man ein paar Leute dafür gewinnen?

    Dann wäre es vielleicht denkbar, dass die Kosten sich so decken lassen und/oder eine größere Nachfrage entstehen kann wenn eine höhere Stückzahl unter Leser gerät.

    Dann denke ich braucht es Werbung. Wer Laird Barron oder Cosmic/Weird Fiction/Horror nicht kennt, greift auch nicht zu. Aber Lovecraft Fans vielleicht mit Festa-Zusammenarbeit Werbung für dieses Stück Literatur zu generieren, würde den Bekanntheitsgrad steigern.

    Ich kenne viele Lovecraft-Fans, aber viele von denen wissen glaube ich gar nicht was Cosmic Horror oder Weird Fiction sein soll, also in welchem Gerne man verortet ist. Dann wüsste man wahrscheinlich auch nicht, dass man Bezugspunkte zu Laird Barron haben könnte.

    Ich gehe also voll mit dabei "neue Zielgruppen erschließen" zu müssen.

    Ich frage mich, ob man mit GoFundMe auch ein Kapital für Book-Influencer generieren könnte, die vielleicht öffentlichkeitswirksamer Weird Fiction oder bestimmte Autoren bewerben. Es erscheint ja als Nischengenre so sonst niemand auf der Landkarte der verschiedenen Genres. Evtl. Anfragen bei Mayersche, Kooperationen eigene kleine Weird Fiction/Cosmic Horror-Ecken einzurichten, vielleicht auch mit Hilfe von Petitionen. Zusammenarbeit die Bücher die es schon gibt in Thalia und Mayersche unterzubringen, z.B. Swift To The Chase/Wilde Jags (von Jojo Media) oder die Wandler Weird Anthologie.

    GoFundMe-Kampagnen könnten doch hier helfen. Über Jahre laufen. Immer wieder, auch in Foren beworben werden. Auf Messen und Veranstaltungen präsentiert werden. Bestimmte Buch-Projekt-Visionen anpeilen.


    "Markt im deutschsprachigen Raum mit drittklassiger More-of-the-same-Fantasy und Young Adult Romance (auch von Selfpublishern) überschwemmt wird"

    Nachvollziehbare Problematik. Ich denke es wird dann wichtig, dass die eigenen Bücher oder angestrebten Projekte sehr sehr laut werden, Marketing, Petitionen, Werbetrommeln gerührt werden. Kooperationen für Werbungen gegenseitiger Bücher mit Festa? Werbeanzeigen bei Thalia/Mayersche? Halloween-Events mit eigenem Stand vor Ort?

    "wenige Autoren von Ihrem Schreiben leben können" - Ja, das verstehe ich, das ist wirklich krass.

    "Film- und Serienbereich gehören Horror und Mystery zu den zugkräftigsten Genres."

    Ich sehe da auch ein Aufflammen, besonders mit China Mieville und den VanderMeers.

    Ich denke, das ist eigentlich der beste Zeitpunkt um mit diesen Genres jetzt Öffentlichkeit zu generieren, gerade wo der Mainstreammarkt so viele begristert mit Alien, The Witch, Hereditary, Annhilation, Stranger Things, Cabinet Of Curiosities, etc. Da sollte sofort mit Literatur hinterhergezogen werden.

    Ich gehe schon stark davon aus, dass es viele Fans und Interessenten gibt. Ich gehe aber auch davon aus, dass es da keine organosierte Szene gibt, keine markante Community und die Interessenten vielleicht noch gar nicht wissen, dass es sie Interessenten sind oder wären.

    So sehe ich daa ungefähr. Kurz: Es fehlen bindende Elemente um eine richtige Szene entstehen lassen zu können, es fehlt die Lautstärke und Sichtbarkeit. Es gibt quasi keinen Nährboden.

    Ich sehe da aber gute Tendenzen und starke Entwicklungen mit euch/Jojo Media und Wandler. Mit Wandler Weird, Wilde Jagd, Brian Evenson-Übersetzungen (Festa war das glaube ich)?

    Leider sind mir viele Autoren und Werke, die ich hier nicht nenne (Übersetzungen) bei Wandler und Jojo Media selber noch nicht bekannt.

    Ich würde gerne was für eine solche Szene machen. Ich weiß kaum was oder wie.

    Ich würde für eine GoFundMe-Kampagne definitiv spenden, das Freunden und Familie schicken, in Fan Communities bewerben.

    LG

    Weird-Fiction-Fan


  • Ich würde gerne was für eine solche Szene machen. Ich weiß kaum was oder wie.

    Vielleicht könnte die eigene Begeisterung, Zeit und Schreibfähigkeit dazu genutzt werden, einen eigenen Literatur-Blog zu dem (Sub-)Genre zu schreiben und regelmäßig dort eigene Reviews etc. zu veröffentlichen, um weitere Menschen dafür zu begeistern?

    Oder hier im Forum Reviews schreiben und schreibend vermitteln, welche Bücher/ Geschichten/ Texte und Schreibende warum besonders und besonderds gut sind?

    Oder auf YouTube einen Literatur-Kanal eröffnen und regelmäßig Videos mit Reviews etc. zu dem Genre posten?

    Oder auf SocialMedia ein Literatur-Influencer werden?

    Eine hohe Anzahl an Followern könnte überzeugend wirken.

    Oder ein eigenes Magazin dazu ins Leben rufen?

    Oder für bereits bestehende Phantastik-/ Literatur-Fanzines schreiben, um eine Genre-Fangemeinde aufzubauen?

    Oder Herausgeber einer entsprechenden Anthologie werden?


    Viel Spaß und Erfolg!

  • Zwei Dinge kommen mir spontan in den Kopf.

    1) Lesen generell scheint mir ein abflauendes Hobby, d.h. Die Gesamtheit der Menschen, die gerne lesen, ist wahrscheinlich schon deutlich kleiner als noch von 20 - 30 Jahren - meine Wahrnehmung.

    2) weiter oben schreibst du Weird-Fiction-Fan , es gibt Lovecraft-Leser, die nicht wissen, was Cosmic Horror oder Weird Fiction ist. Müssen die denn überhaupt sofort mit diesen Begrifflichkeiten konfrontiert werden? Das scheint mir für den interessierten Einsteiger schon wieder abschreckend - nicht gerade niederschwellig.

  • Kannst du denn auch einiges empfehlen in diese Richtung, das im deutschsprachigen aktuell verfügbar ist?

    Wo im Forum wäre ein geeigneter Ort um mir deutschsprachige Weird Fiction a la Laird Barron, Evenson, Ligotti, etc. empfehlen zu lassen?

    Ich habe gerade bei Amazon mal "Weird Fiction" eingegeben, nach deutscher Sprache gefiltert und mal so durchgeschaut und gerade erst realisiert, dass du Michael Schmidt bist und extrem viel herausgibst und für die deutschsprachige Horrorszene tust! Hut ab!

    Liebe Grüße

    Weird-Fiction-Fan

    Elmar

    1) Lesen generell scheint mir ein abflauendes Hobby - Könnte sein, könnte auch mehr werden. Andererseits hat das Lesen zunehmend Konkurrenz durch Serien, Filme, Videospiele, etc. Andererseits haben Menschen zunehmend mehr Freizeit, (dank Staubsaugerrobotor und co.) und wirtschaftliche Möglichkeiten. Schwer zu beurteilen und stark verzerrt durch das was man wahrnimmt oder glaubt/glauben will.

    2) weiter oben schreibst du Weird-Fiction-Fan , es gibt Lovecraft-Leser, die nicht wissen, was Cosmic Horror oder Weird Fiction ist. Müssen die denn überhaupt sofort mit diesen Begrifflichkeiten konfrontiert werden?

    Naja, wenn sie mehr von dem selben wollten und nicht wüssten wo sie suchen landen sie vielleicht auch wieder in einem anderen Genre, bis sie irgendwann durch Zufall (quasi fast niemals) wieder an eine Weird-Fiction-Geschichte gerate.

    Es würde eben helfen in dem Sinne, dass ich zielgerichteter weitersuche bei Büchern und Genres mit einer höheren Wahrscheinlichkeit, dass sie mir am Ende gefallen.

    Alles nicht ganz so wichtig, aber ich denke es würde helfen, wenn Leser feststellen "Aha, die Geschichte die mir gefallen hat war also [X]-Genre! Und man dann schnell, sei es durch Werbung im Buch, Nachrichten, Medien, Empfehlungen, etc. erfährt wo es mehr von [X]-Gente gibt. Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen mit dem Genre und anhand dessen was ich so beobachte, ist vielen zwar Lovevraft geläufig, aber gar nicht so klar, was da noch nah dran ist und anknüpft (im Weird-Fiction/Cosmic Horror-Bereich). Aber schon mal gar nicht, wenn es darum geht, was der deutschsprachige Raum da zu bieten hat (also bspw. deutsche Autoren). Ich sehe da auch keine/kaum bekannte Informationsquellen.

    Für englische Literatur gehe ich einfach auf Reddit zu /r/horrorlit oder /r/weirdlit. Für deutsche Sachen? Keine Ahnung. Dieses Forum vielleicht. Als nächstes wollte ich mal die Marburg Con erstmalig besuchen und da mehr erfahren.

    Tintenkiller

    Das wäre natürlich ein Traum. Ich stehe aber nicht gerne im Rampenlicht, bin also keine stark öffentlichkeitswirksame Person. Ansonsten verhindern das für die nächsten Jahre die 3 selbstständigen Tätigkeiten und die 16-stündigen Wochenendseminare. Die letzten Stunden werden dann mit meinen sozialen Kontakten vollgestopft.

  • Kannst du denn auch einiges empfehlen in diese Richtung, das im deutschsprachigen aktuell verfügbar ist?

    Wo im Forum wäre ein geeigneter Ort um mir deutschsprachige Weird Fiction a la Laird Barron, Evenson, Ligotti, etc. empfehlen zu lassen?

    Ich habe gerade bei Amazon mal "Weird Fiction" eingegeben, nach deutscher Sprache gefiltert und mal so durchgeschaut und gerade erst realisiert, dass du Michael Schmidt bist und extrem viel herausgibst und für die deutschsprachige Horrorszene tust! Hut ab!

    Liebe Grüße

    Weird-Fiction-Fan

    Danke schön.

    Deine Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. JojoMedia, Wandler Verlag und Festa kennst du ja schon, genauso wie der Nighttrain.

    Vielleicht ist das Team Feuerernte was für dich:

    Tobias Reckermann (Hrsg.) - METEMPSYCHOSEN - Anthologien und Storysammlungen - Willkommen in der Phantastik-Kneipe!

    Hier hatte ich mal lesenswerte Phantastik aus Deutschland gesammelt, aber das ist natürlich nur bedingt Weird Fiction:

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