Ohje... ich habe ja schon Bammel was du über mein Machwerk schreiben wirst.
Du, ich habe selbst noch nie ein fiktives Wort überhaupt irgendwo veröffentlicht. Von daher kannst du da locker drüber stehen.
Ohje... ich habe ja schon Bammel was du über mein Machwerk schreiben wirst.
Du, ich habe selbst noch nie ein fiktives Wort überhaupt irgendwo veröffentlicht. Von daher kannst du da locker drüber stehen.
Einleitung – Rainer Zuch
Schon im „Necronocmicon“ war Rainers Einleitung ein unerwartet informativer, wirklich gut lesbarer Sachtext, der viel zusammenfügte, was ich schon kannte, und es um für mich neue Aspekte ergänzte. Dasselbe ist Rainer auch hier gelungen. Hut ab! Dahinter steckt ohne Frage viel Arbeit, die sich aber gelohnt hat.
Der Letzte aus dem Geschlecht derer von Junzt – Jörg Kleudgen
Die Geschichte habe ich schon vor Drucklegung lesen dürfen und bin beeindruckt von dem ebenso waghalsigen wie gelungenen Unterfangen, eine so facettenreiche Familiengeschichte auf so wenig Raum unterzubringen. Auch wenn hier bisher das Ende eher kritisch gesehen wird, mag ich es persönlich besonders. Und auch dass Jörg hier stärker als sonst auf Fantasy-Pfaden wandelt, fügt sich für mich gut ein.
Verstopfung – Jan Gardemann
Hier geht es mir wie Elmar. Die grundsätzliche Idee fand ich gut, aber die Geschichte konnte mich leider nicht packen. Das kann aber auch einfach an mir liegen. Aktuell steige ich relativ schnell aus, wenn ich keinen schnellen Zugang dazu finde, und deshalb ist es immer möglich, dass ich etwas verkenne.
Der Tempel des Wurms – Rainer Zuch
Hieran lese ich gerade noch ...
Das Notizbuch – Simon Gottwald
Der kürzeste Beitrag bislang und für mich ein kleines Highlight. Simon erfindet zwar nicht das Rad neu, aber fügt Bekanntes kongenial zu einer eigenen atmosphärischen Geschichte zusammen, die mich gepackt und gefesselt hat.
Mein Senf kommt in kleinen Schüben…
Einleitung
Die Einleitung von Rainer Zuch ist sehr fundiert und erhellend. Die historische Einordnung der Werke Lovecrafts in der Zeitgeschichte und den politischen Rahmenumständen der Zeit, die auch heute wieder tagesaktuell sind (Rassismus, Klansmen, White supremacy, Exotismus etc.), ist auch umfassend und macht auf offene Fragen in Lovecrafts Werken, aber auch der Widersprüche darin, aufmerksam.
Für mich als nichtweisse Person mit einem Hintergrund in der kolonialen Zeit und der aktuellen Situation in Mitteleuropa mit dem Erstarken rechtsnational-xenophober Parteien ist die Lektüre deshalb besonders auch unter diesem Aspekt von Interesse.
Lovecraft hat viele Urängste gegenüber dem Fremden überspitzt und fassbar gemacht, jahrhundertelange Traumata und Aversionen, die im Geiste zwar bezwungen scheinen, in der Krise jedoch hervorquellen; so wie der Blutsud eines lang vergessenen Verbrechens aus dem Boden rinnt. Erst wenn man Angst benennt, kann man sich ihr stellen.
In diesem Sinne ist auch das Zitat von Geoffrey zum Beginn der ersten Geschichte von Kleudgen: und in dunklen Stunden wird sich zeigen, dass noch der letzte Abkömmling den Keim des Bösen in sich trägt, so dass das verderben, immer fort, weiter gedeiht…
Das Notizbuch
Wirklich ein tolles Rätsel/Geheimnis, das Simon hier aufmacht. Auch die Art und Weise, wie sich das Muster fügt, ist sehr gut erzählt. Hat mir insgesamt auch sehr gut gefallen.
Einleitung – Rainer Zuch
Schon im „Necronocmicon“ war Rainers Einleitung ein unerwartet informativer, wirklich gut lesbarer Sachtext, der viel zusammenfügte, was ich schon kannte, und es um für mich neue Aspekte ergänzte. Dasselbe ist Rainer auch hier gelungen. Hut ab! Dahinter steckt ohne Frage viel Arbeit, die sich aber gelohnt hat.
Das hat mich auch direkt abgeholt. Lesenswert und informativ.
Rainer Zuch – Der Tempel des Wurms
Rainer gehört für mich seit seinem „Planet des dunklen Horizonts“ zu einem der ganz Großen (Alten
). Mit entsprechend großen Erwartungen bin ich an diese Novelle herangegangen. Rainer zieht hier inhaltlich alle Register, verneigt sich dabei vor klassischen Vorbildern, fügt genügend eigene und auch aktuelle Perspektiven hinzu, und zeigt wieder mal die Fähigkeit, dies alles stilsicher präsentieren zu können. Das alles spricht für die hohe Qualität der Geschichte. Und doch bin ich mehrfach aus der Geschichte geflogen, statt immer tiefer einzusteigen, so wie ich es noch von meiner „Planet“-Lektüre in Erinnerung habe. Ich habe etwas darüber nachgedacht, woran das liegen mag, und ich vermute, dass u.a. für mich als Leser die konzeptionelle Entscheidung, die Erzählung der in der Vergangenheit liegenden Ereignisse immer wieder durch kurze, kommentierende Gegenwartssequenzen zu unterbrechen, keine gute war. Es ist ja nicht ungewöhnlich (siehe auch meinen eigenen Beitrag), Figuren, die in der Vergangenheit Schlimmes/Grausames/etc. erlebt haben, auftreten und sie ihre Geschichte erzählen zu lassen. Zugleich ist es aber auch immer ein Wagnis. Denn dadurch ist ja schon bekannt, dass es nicht zum Äußersten gehen kann. Aber in „Der Tempel des Wurms“ wird mir persönlich die eigentliche Handlung zu häufig unterbrochen und mir dabei der Hinweis – uns geht es vergleichsweise gut – zu häufig vor Augen geführt. Zugleich konnte mich die Geschichte gerade dann im letzten Drittel packen, als die Unterbrechungen zurückgingen. Insgesamt habe ich den Eindruck und das ist jetzt sowohl Meckern auf einem sehr hohen Niveau, dass das, was hier erzählt werden soll, eigentlich noch mehr Platz benötigt. Und so hoffe ich insgeheim, dass Rainer sich der Geschichte nocheinmal annimmt und mich, uns an anderer Stelle noch einmal länger und intensiver auf eine einsame Insel zum Tempel des Wurms führt.
Edit: plöde Tippfehler.
Hat schon jemand von euch weitergelesen?
Ich bin mittlerweile durch. Wobei „mittlerweile“ ja eher ein Scherz ist, so wenig, wie ich in letzter Zeit zum Lesen gekommen bin.
Felix Woitkowski – A/EX SEMINE/GERMINE AD CULTURA/CULTUM
Ist halt von mir. Manchmal gelingt es mir aber, auch neue Geschichten einfach nochmal beinahe als Leser zu lesen. Hier hat es geklappt, und ich nehme das einfach mal als gutes Zeichen. Mir war es zumindest eine echte Freude, mal eine Geschichte in einer historischen Variante der Stadt spielen lassen, in der ich wohne: Göttingen. Ich hoffe, euch gefällt mein Garn.
Thomas Backus – Das hexenversuchte Hinterland
Auch wenn die Geschichte in der Gegenwart spielt, verfolgt Gus einen ganz ähnlichen Ansatz wie ich. Irgendwie scheinen in diesem Buch sowieso Universitäten eine große Rolle zu spielen. Da kommt viel Lokalkolorit und in diesem Fall noch eine Prise Brüder Grimm. Die Versatzstücke für sich genommen sind alle stark, doch insgesamt habe ich den Eindruck, dass die Geschichte noch etwas zu sehr Stückwerk ist und ihr noch die eine oder andere Überarbeitungsrunde gutgetan hätte. Aber vielleicht war ich auch einfach nicht in der richtigen Stimmung dafür.
Silke Brandt – Die Spur der Steine und des Eisens
Auf Katlas Beitrag habe ich mich ziemlich gefreut und nach er reiht sich für mich nahtlos in die Reihen der anderen beiden längeren oder sogar langen Beiträge des Bandes ein: Auch Jörg und Rainer sprengen Grenzen und greifen nach Größerem. Diese „Spur“ ist aber eine ganz eigenständige. Wie auch an anderer Stelle listet Katla ihre Quellen im Anschluss auf die Geschichte auf. Das allein ist mir schon sehr sympathisch. In der eigentlichen Geschichte ist dann aber auch spürbar, wie sehr sie recherchiert hat. Ähnliches kenne ich z.B. von Michael Marrak. Hinzu kommen zwei Zeitebenen, die sich tatsächlich und wohltuend stilistisch unterscheiden, ohne dass eine der beiden aufgesetzt klingt. Und zuletzt mochte ich, dass Bram Stoker in der Geschichte ähnlich schlecht wegkommt, wie es auch hier im Forum immer mal wieder anklingt. Insgesamt hatte ich eine richtig gute Lesezeit mit der Geschichte, und doch hatte ich bisweilen den Eindruck, dass ein Quäntchen zu sehr kontrolliert daher kommt und ihr etwas mehr chaotischer Wahnsinn oder etwas wahnsinnig Chaotisches gut getan hätte, um von einer sehr guten zu einer wirklich grandiosen Geschichte zu werden.
K. R. Sanders – nachts, wenn die Träume kommen
Ein im Vergleich mit anderen Geschichten kleiner aber famoser, stellenweise wunderbar poetischer, eigenwillig verträumter Abschluss, dessen konsequentes Ende zwar für meinen Geschmack etwas zu schnell wegerzählt ist, das mir aber genau richtig erscheint, um ein solches Buch zu beschließen.
Was in meinen Kommentaren bislang keinen Platz hatte: Jörg Kleudgens Illustrationen sind einfach stimmungsvoll, treffend und großartig. Vor allem diejenigen Bilder, in denen der vereinzelte Mensch im Angesicht der Welt winzig klein zu verschwinden droht, gefallen mir enorm.
Sammelt es bitte nicht. Sondern lest dieses Buch!
Es gibt eine lobende, sehr ausführliche Rezension von Thomas Harbach im Reisswolf #66, S. 19-27.
Freier Download hier. Die Druckversion kann auch via p.machinery bestellt werden, Link hier.
Thomas Harbachs Fazit:
Jörg Kleudgen hat die einzelnen Geschichten mit teilweise doppelseitigen Zeichnungen illustriert. Die Innenillustrationen geben die einzelnen Stimmungen der Geschichten sehr gut wieder, sodass Text und Bild eine intensive Einheit bilden.
Wie schon das »Necronomicon« präsentiert »Friedrich Wilhelm von Junzts unaussprechliche Kulte« eine Handvoll überdurchschnittlicher, von Lovecrafts literarischem Schatten bestimmter stimmungsvoller Gruselgeschichten, die deutlich mehr Wert auf gute gezeichnete Charaktere, eine morbide Atmosphäre und kosmische Zusammenhänge legen als auf grotesken und damit auch platten Horror.
Dass es sich bei dem von der Goblin Press herausgegebenen Buch auch optisch um ein eindrucksvolles Werk handelt, muss nicht extra betont werden. Neben dem Reiseführer durch Yuggoth aus dem Arkham Verlag und dem schon angesprochenen »Necronomicon« ein weiteres Highlight.