Als eine gequälte Seele, die selbst an Geister glaubte, bezeichnet Rein A. Zondergeld ihn in der einzigen deutschsprachigen Geschichtensammlung "Der Triumph des Todes", wie als Rechtfertigung für den folgenden Sermon, daß die versammelten Geschichten nicht allzu toll sind, man sie aber trotzdem herausgibt.
Höchst unfair, denn Herbert Russell Wakefield ist zwar nicht ganz auf der Höhe etwa seiner Kollegen E. F. Benson und M. R. James, gleicht dies aber durch eine gute Extra-Dosis Bosheit und teilweise auch ungeahnte, aber wohldosierte Brutalität aus.
"Der Triumph des Todes" (zunächst im Insel-Verlag, dann bei Suhrkamp)
"Connie"/"Schreckensherrschaft" (in "Zehn Teufelsküsse" - Hrsg.: Michael Parry bzw. "Ullstein Kriminalmagazin 8" - Hrsg.: Ingrid & Walter Spiegl)
"Die Grenzwächter" (in "Die Angst hat tausend Namen" - Hrsg.: Christopher Evans)
"Der Weihnachtsbaum" (in "Geister zum Fest" - Hrsg.: Richard Dalby)
"Die erste Garbe" (in "Die Geisterseher" - Hrsg: Reinhard Klein-Arendt)
Alle weiteren mir bekannten Übersetzungen stehen auch in der Insel-/Suhrkamp-Sammlung, finden sich aber auch unter verschiedenen Titeln über unzählige Anthologien vertreut, vor allem die böse, kleine Kurzgeschichte "Blind Man's Bluff".
Interessanterweise sind es (außer "Blindman's Bluff") tatsächlich die Einzelbeiträge, die mir eher im Gedächtnis geblieben sind, ob es nun die teilweise den "Wicker Man" vorwegnehmende "Erste Garbe", die Schilderung der mehr als toxischen Beziehung zu "Connie", der auch im gefällten Zustand noch höchst gefährliche "Weihnachtsbaum" oder die "Grenzwächter" sind, die ihren Job mehr als ernst nehmen.
Wer sich für alte, amerikanische Radiohörspiele begeistern kann, sollte auch hier mal ein Ohr riskieren:
Bei Verständnisschwierigkeiten kann man auch mitlesen: https://www.genericradio.com/show/37R8RN96A
Ein fieses, kleines Gruselstück über eine Truppe hörbar überforderter Geisterjäger, mit denen es wohl kein gutes Ende nimmt... ![]()