Michael Tillmann JENSEITS DES ZEITGEISTES LAUERN GESPENSTER

  • Ich komme mal zu dem Buch zurück. Titel, Untertitel und Klappentexte sind im Gesamtpaket so durchsichtig als reine Provokation formuliert, dass ich mich echt Frage, wieso.

    Es gibt halt für alles einen Markt und leider gibt es auch im Bereich Phantastik Leute, deren Weltbild so klein und regressiv ist, dass sie bei allem was *woke* erscheint, gleich Schnappatmung kriegen und sich verzweifelt an einer Vergangenheitsdeutung festklammern, wo sie sich ungestraft wie A… benehmen durften und nun beleidigt tun, wenn man ihnen auf die Finger klopft und es wagt, sie zu kritisieren.

    Das Drama und Opfergehabe der anti-woke Fraktion dient primär dazu ohne stichhaltige Argumente Unmut zu stiften. Leute die ehemals unverdientermassen Privilegien genossen sind nun pikiert, dass man sich weigert sie ernstzunehmen.

    Dass dieses Buch nun damit wirbt anti-woke zu sein, wird wohl genau diese Klientel der Abgehängten und Hoffnungslosen als Zielgruppe anvisieren, die sich dann in ihrer Verlierer-Identität bestätigt sehen und sich im Sumpf einer glorifizierten Vergangenheit suhlen. Es ist ein politisches Disinfo Vehikel zur Klientelbewirtschaftung der reaktionären Rechten.

    Klar war alternative Literatur immer auch ein Sprachrohr der Abgehängten, der Träumer und eben, der Utopien. Die Rechten haben halt ihre Utopie, die wiederum für alle die nicht weiss, männlich, gesund und unter 40 sind, der absolute Albtraum ist.

    Deshalb ist woke so wichtig. Phantastik war oft transgressiv und hat neue Horizonte erkundet. Heute ist es ein Vehikel für marginalisierte Gruppen Hoffnung zu finden in Geschichten, wo sie die Hauptrolle spielen. Wenn das der anti-woke Fraktion nicht passt, weil mal eine Figur schwarz/lesbisch/trans ist und man Frauen nicht schlagen und vergewaltigen darf, müssten sie mal in den Spiegel schauen und sich fragen, wovor sie solche Angst haben und wofür sie eigentlich selbst einstehen.

    Und wenn sie sich als chauvinistische Ewiggestrige marginalisiert fühlen, dann willkommen im Club. So geht es allen anderen auch. Gratulation, anti-woke-Mann, Du bist jetzt auch eine Randgruppe. Im Krieg gibt es immer Verlierer und Du liegst im Lazarett und schiesst auf Schatten. Wie woke ist das! 😉

  • Mal aber ehrlich: einen Beitrag von einem wettbewerb auszuschließen, ist für dich quasi dasselbe wie bücher zu verbrennen(!) Allein mit dieser aussage passt du leider voll in mein bild.

    Wenn man es weiterdenkt, wenn man nicht schon bei den Anfängen dazu anhält, zu überlegen, dann entwickelt sich das weiter.

    Ohne mich zu kennen, ohne je ein Wort mit mir gewechselt zu haben, ohne zu wissen, dass ich eine Anthologie zum Thema Flucht und Migration herausgegben habe, in der wir uns (unter anderem mit einigen queeren Personen) für die Flüchtlinge stark machen, bildest du dir eine Meinung.

    Mach mal weiter so.

    Sorry, Katla, aber ich hoffe, ich darf auf so etwas antworten.

    Fang nicht an, Dinge zu tun, tu sie einfach! (ML)

    Wer wenig denkt, irrt viel (Leonardo da Vinci)

    Meinungsverschiedenheiten über ein Kunstwerk beweisen, dass das Werk neu, komplex und lebenswichtig ist. (Oscar Wilde)

    Wenn Kritiker uneins sind, befindet sich der Künstler im Einklang mit sich selbst. (Oscar Wilde)

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  • Hallo Ender, ich habe nirgendwo gesagt oder geschrieben, dass ich nicht mehr sagen dürfte, was ich möchte, Das Recht lasse ich mir auch von der woken Blase nicht absprechen. Ich habe in dem besagten anderen Forum Dissussionen ohne Ende zu dem Thema geführt. Habe versucht, darauf aufmerkam zu machen, dass das was bei anderen kritisiert wird, selbst gemacht wird, indem man per se die Darstelung von Frauen, die Abbildung von Frauen verteufelt. Indem man Autoren und Illustratoren als sexistisch hinstellt, ohne diese Personen überhaupt zu kennen. Da werden einfach mal Beweggründe unterstellt, die es gar nicht gibt. Und diese Unterstellungen wurden nicht besonders nett formuliert.

    Ich erwarte von einer Jury, dass sie besonnen, wohlwollend, mit Sachverstand an die Aufgabe geht. Wenn eine Jury es an Objektivität fehlen lässt, finde ich schon, dass man das in Frage stellen darf oder gar muss.

    Ich habe nichts gegen queere, woke und sonstige Leute. Jeder soll so leben, wie er das gerne mag. Nur möchte ich nicht missioniert werden und ich möchte nicht in Ecken gestellt werden, nur weil ich mich dieser Ideologie nicht anschließe.

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  • Ich komme mal zu dem Buch zurück. Titel, Untertitel und Klappentexte sind im Gesamtpaket so durchsichtig als reine Provokation formuliert, dass ich mich echt Frage, wieso. Als Leser spricht mich das überhaupt nicht an und würde es auch nicht ansprechen, wenn es aus einer anderen politischen Richtung bzw. gesellschaftlichen Positionierung heraus formuliert wäre.

    Als Herausgeber und Autor, der mit dem Blitz-Verlag viel zusammengearbeitet hat, frage ich mich jetzt aber schon, was das soll und was man damit verlagsseitig bezwecken möchte. Natürlich weiß ich aus meiner Erfahrung heraus, dass der Blitz-Verlag einen weitgehend machen lässt, nur wissen das ja potenzielle Leser:innen nicht, und „Anti-Wokeness“ ist eben ein stark polarisierender Kampfbegriff, durch dessen Verwendung sich der Verlag klar positioniert. Das färbt natürlich auf die Wahrnehmung dessen Programms ab. Wäre man zum Beispiel an einem differenzierten oder sogar konstruktiven Debattenbeitrag im Gewand phantastischer Literatur interessiert, hätten sich doch leicht auch andere Begriffe und Werbemöglichkeiten gefunden. Aber dergleichen ist wohl nicht das Ziel, und das befremdet mich enorm.

    Hallo Felix,

    ich denke auch, dass der Autor ein wenig provozieren und ggf. auch gezielt eine bestimmte Käuferschicht ansprechen wollte. Vermutlich beides.

    Ich vermute, dass es mehr Menschen gibt, die sich von der woken Bewegung ins Abseits gestellt sieht, als man annehmen könnte. (Man sieht, dass bei den Unterschreibern die Verleger/Herausgeber der beiden ältesten SF-Magazine sind.)

    Ob das beim Blitz-Verlag auch der Fall ist, weiß ich nicht, aber ich würde den Verlag jetzt auch nicht verteufeln, nur weil er dieses Unterüberschrift zugelassen hat. Vielleicht bringt er parallel ein Buch heraus, in dem es um woke Themen geht? Es sollte ja beides zugelassen sein, oder? Deine Befremdung kann ich nicht so recht verstehen und auch, dass du dem Verlag eine klare Positionierung zuschreibst, nicht. Denn wie gesagt, so ein Verlagsprogramm sollte doch für alle Seiten offen sein. Und Personen, die mit der woken Bewergung nichts anfangen können, sind nicht per se schlecht, alt, weiß, männlich und rechts.

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  • Hallo Ender, ich habe nirgendwo gesagt oder geschrieben, dass ich nicht mehr sagen dürfte, was ich möchte, Das Recht lasse ich mir auch von der woken Blase nicht absprechen.

    Um aus dem von Dir unterschriebenen Manifest zu zitiereren:

    1) "[...] eine ernsthafte Bedrohung der Meinungs-, Kunst- und Publikationsfreiheit [...]"

    2) "[...] Cancel Culture [...]"

    3) "Offene Diskussionen und freie Meinungsäußerungen über strittige Themen lehnt sie [die 'Bewegung der Gender-Extremisten'] ab."

    Klingt für mich alles sehr nach "Ich darf nicht mehr sagen, was ich will." - während sehr laut Äußerungen getätigt werden, die eindeutig dem politisch rechten Spektrum zugeordnet werden können.

    Ich kann mich Ender nur anschließen, wenn auch etwas anders formuliert: Du schreibst hier, dass Du nicht allen Einzelheiten des Manifests zustimmen würdest. Das glaube ich Dir sogar. Der Punkt ist aber, dass Dir die menschenfeindlichen Dinge, die dort drinstehen, offenbar nicht wichtig genug waren, um von diesem Text Abstand zu nehmen. Und da kannst Du nun toben wie Du willst, aber es sagt schon einiges über Dich aus. Du schreibst hier, Leute hätten sich vorschnell ein Bild von Dir gemacht. Aber strenggenommen hast Du das mit Deiner Unterschrift unter solch einem Text auch selbst geschaffen.


    Um die Sache einmal anders zu betrachten: Sowohl die Veröffentlichung im Blitz-Verlag als auch das "Aktionsbündnis" schaffen es offenbar, mancherlei Leute zur Diskussion anzuregen. Vermutlich nur nicht so, wie die Beteiligten sich das gerne erhofft hätten.

    EDIT: Kurz richtigstellen - Ja, Du hast 'nur' die Resolution unterzeichnet. Aber ich vermute, das Manifest dürfte Dir nicht unbekannt sein - oder die Nähe der Resolution dazu unangenehm.

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  • […]

    Ich finde es immer sehr fragwürdig, einer Person rechtes Gedankengut zu unterstellen, wenn man sich nicht einmal die Mühe macht, diese Peron überhaupt erst einmal kennenzulernen.

    Genau das habe ich nicht getan - mein Kommentar bezog sich an der Stelle schließlich explizit auf das Manifest. Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass Du eine Resolution, die aus diesem Manifest entspringt, unterzeichnet hast. Auch hier wieder: Ich habe hier kein Bild gemacht - das hast Du mittels einer Unterschrift.

    […]

    Die einen - woken - sind die Guten, die ganz alleine wissen, was gut fürs Volk ist, die anderen sind die Gestrigen, Männer, weiß, alt, Vergewaltiger, Rechts und was weiß ich nicht noch.

    In meinen Augen bedienst Du hier gezielt Totschlagargumente, die jede weitere Diskussion unterbinden sollen. Du forcierst ein künstliches Schwarz-Weiß-Bild und unterstellst anderen - auch mir - dieses Entweder-Oder-Bild. Das möchte ich gezielt nicht vermitteln, daher würde ich Dich bitten, aufzuweisen, wo ich das in meinen Kommentaren getan habe. (Mir geht es wirklich darum, genau das zu vermeiden, um eben ein Gespräch führen zu können)

    Was jedenfalls durch dieses künstliche Schwarz-Weiß-Denken passiert: Jede weitere Diskussion ist in Deinen Augen müßig. Gleichzeitig sind es aber scheinbar immer andere, die Diskussionen unterbinden wollen, wenn ich Dich richtig verstehe.

  • Hm, du hast geschrieben, dass Außerungen (von den Unterzeichnern) getan werden, die dem rechten Spektrum zuzuordnen sind.

    Ich finde nicht, dass es rechts ist, wenn man eine nackte Frau auf einem Bild nicht per se sexistisch findet.

    Ich weiß nicht, ob du die Diskussion hier vollständig iest, aber genau diese Dinge sind den Unterzeichnern der Resulution unterstellt worden. Hier in diesem Faden. Die habe ich mir nicht ausgedacht, nur wiedergegeben. Ich wäre auf die Hälfte der Vorwürfe sicher gar nicht erst gekommen. (Es fehlten ja lediglich noch die Mörder.) Diese Dinge sind nicht von dir gekommen, das stimmt. aber aus der Luft gegriffen habe ich sie auch nicht. LIes einfach mal den Beitrag von Moonseeker, bitte.

    Narürlich ist mir bewusst, dass ich nicht alle über einen Kamm scheren kann, aber ehrlich gesagt, vergeht mir bei solchen Anschuldigungen auch die Lust. Entschuldige, dass du da jetzt abbekommen hast.

    Ich habe schon so viele dieser Diskussionen hinter mir, die fast immer in Vorwürfen, Unterstellungen, Diffamierungen und persönlichen Angriffen endeten. Da ist meine Haut auch ein wenig dünner geworden.

    Was ist eigentlich so schlimm daran, wenn ein Autor sich offen dazu bekennt, die woke Ideologie nicht zu befürworten? Daraus lässt sich doch noch lange nicht ablesen, was er für ein Mensch ist. Es heißt nicht einmal, dass er etwas gegen queere Personen hat. Es heißt lediglich, dass er es nicht gut findet, wie diese Ideologie überhöht wird.

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  • Was ist eigentlich so schlimm daran, wenn ein Autor sich offen dazu bekennt, die woke Ideologie nicht zu befürworten?

    Das ist in meinen Augen erstmal nicht schlimm. Ich sehe die Dinge zwar entschieden anders, kann den Leute da aber die Meinung lassen. Ich will dann nicht unbedingt mit den Leuten viel zu tun haben - aber das tut ja erst einmal nichts zur Sache.

    Ja, ich habe die Diskussion hier mitverfolgt und ich sehe, warum sie Dich 'anfasst'. Aber kannst Du nachvollziehen, dass auch einige andere ebenso von sowohl Manifest als auch Resolution 'angefasst' sind?

    Wichtiger ist es mir an dieser Stelle, auf einen anderen Punkt einzugehen, den Du nennst.

    Hm, du hast geschrieben, dass Außerungen (von den Unterzeichnern) getan werden, die dem rechten Spektrum zuzuordnen sind.

    Ich finde nicht, dass es rechts ist, wenn man eine nackte Frau auf einem Bild nicht per se sexistisch findet.

    Mir ging es grundsätzlich um die Phrasen, die sich in Manifest und auch Resolution finden. Um hier ein paar Beispiel zu nennen, die zweifelsfrei dem rechten Spektrum angehören:

    1) "Empörungsindustrie" - ein Begriff, der schon in seinem Aufbau dem rechten Kampfbegriff "Asylindustrie" sehr ähnelt, wo die Behauptung gerne ist, Geflüchtete würden mittels Klanstrukturen Steuergelder erbeuten. Wäre erst einmal nicht auffällig, denn es gibt ja bspw. auch die Unterhaltungsindustrie, und und und. Aber konkret heißt es unter anderem: "Die Zahl der Gleichstellungsbeauftragten, Gender-Experten, Diversitäts-Garanten sowie der Missbrauchsopfer aller Geschlechter ist inzwischen Legion und bewegt zu ihrer Finanzierung beträchtliche Geldsummen, auch beachtliche Steuergelder. Die Empörungsindustrie hat ein Schmarotzer-Geschäftsmodell etabliert, das auf der Verdrängung von qualifizierten Kräften aus Politik, Wirtschaft, Sozial- und Bildungswesen beruht."

    Das wird noch einmal weiter vertieft im nächsten Beispiel:

    2) "Die Vertreter der Empörungsindustrie zielen mit klar faschistoiden Tendenzen auf die Herstellung parasitärer mafiöser Strukturen ab, um einander unter den heutigen schwierigen ökonomischen Bedingungen zu Posten, Wohlstand, Pfründen und Privilegien zu verhelfen.

    --> Hier scheint es nun gar eine eine Art Geheimbund zu geben, der faschistoid und mafiös zugleich ist. D.h. hier wird Wokeness nun mit Faschismus gleichgesetzt - auf eine ähnliche Weise, wie auch das Wort "Feminazi" es tut, das seinen Ursprung im US-amerikanischen Rechtskonservatismus hat.

    3) Unmengen an Transphobie, die ich hier, ehrlich gesagt, nicht einmal zitieren mag. Da wird von der Verstümmelung heranwachsender Mädchen gesprochen, Therapeuten, die Kindern geschlechtliche Identitätszweifel einreden; fiesen Pharma-Konzernen, die mit all diesen mächtigen Trans-Aktivist*innen gemeinsame Sache machen (weil es denen ja bekanntlich so gut geht). Das erinnert alles an die Rede Beatrix von Storchs im Bundestag 2021 - um mal nur eines von vielen Beispielen zu nennen, wo ähnliches Wording genutzt wird.

    4) Die Vorstellung eines Machtgefälles: "Schon vielfältig sind die Machtpositionen, in denen Wokeness-Aktivisten Missbrauch durch schikanöse Bevormundung betreiben." Diese Behauptung spiegelt weder die aktuelle Politik noch die aktuelle Gesellschaft wider. Denn wenn es so wäre, könne es die Resolution faktisch nicht geben - sie wäre unterbunden worden von den mächtigen Aktivist*innen. Aber eigentlich ist es ja eher so: Gewisse Strukturen werden kritisiert - und das passt nun einmal nicht allen Leuten der Phantastik-Szene.

    Es gibt so, so viele weitere Beispiele in beiden Statements, die, ehrlich gesagt, schmerzhaft zu lesen sind. Und ja, davon fühle ich mich angefasst.


    Schauen wir uns doch einmal genauer an, wofür die Kemmler-Illustration eigentlich kritisiert wurde. Denn darauf findet sich ja im Forum scifinet.org ein Hinweis, der, zugegebenermaßen, aber nicht verifiziert werden kann. Dort schreibt der Use Yoginaut:

    "Ich habe Olaf auf seine Anfrage hin die Begründungen anonymisiert weitergegeben. Darin wurde mehrfach mokiert, dass es dazu keine passende Szene im Roman gebe, das man die Frau zum Objekt mache, vor allem hat es wohl alle an Werbebilder erinnert, an 'sex sells'."

    Das bedeutet, die Illustration wurde nicht dafür kritisiert, dass sie eine nackte Frau darstellte. Sondern dafür, dass es keinen Grund gab, eine nackte Frau darzustellen. Und dass die Illustration somit wie Sexbaiting wirke.

    Ist das wirklich fatal und schlimm? Nein, machen zig andere Medien auch so. Ich wünschte mir zwar, wir wären weiter als das, aber ist nun einmal nicht so. Aber ich finde es auch berechtigt, wenn eine Jury sagt: "Unsere Ansprüche sind höher als das".

  • Aber, wie dem auch sei: Diese Diskussion bewegt sich nun wirklich vom ursprünglichen Thema - Michael Tillmanns Buch - weg. Ich denke, ich habe von meiner Seite alles gesagt, was mir für diese Diskussion hier in diesem Thread (nicht aber zum Thema (Anit-)Wokeness) wichtig war.

    Aus sowohl Buchpublikation als auch Manifest habe ich meine Schlüsse gezogen. Beides hat mich eindeutig zu mehr "Aktivismus", wie es das Aktionsbündnis wohl bezeichnen würde, motiviert.

  • Ich sehe, dass hier verschiedene Dinge vermischt werden, die nicht vermischt gehören.

    Ich bin kein Teil des Aktionsbündnisses.

    Ich habe mit dem Manifest somit auch nichts zu tun und es nicht einmal gelesen. Und ich werde mich zu den Punkten auch nicht äußern.

    Ich habe die Resolution unterschrieben, weil die Sache für mich nicht in Ordnung war und sie wahrscheinlich nie öffentlich bekannt geworden wäre, wenn Olaf sie nicht publik gemacht hätte. Ich habe mich zu dem Zeitpunkt gefragt, was der Jury sonst noch so alles zum Opfer gefallen ist. Ich hatte Diskussionen, in denen Prosa ohne queere Person als automatisch schlecht benannt wurde. Wer sagt mir, dass nicht auch Geschichte ausgenommen wurden, weil dieser Punkt nicht erfüllt war? Ich denke, man sollte mit ein wenig Sachverstand an die Sache heran gehen.

    Die Frage, ob das Bild etwas mit dem Text zu tun hat, kam - so weit mir bekannt ist - erst nachdem die Entscheidung längst gefallen war.

    Und warum hängen eigentlich Akte in den Museen? Gibt es dafür einen triftigen Grund?

    Ich schätze mal, weil der Künstler es gerne gemalt hat und weil über Jahrhunderte viele Besucher diese Bilder schön fanden.

    Ich habe mal eine Illustration mit einem Schwarzen Loch zu einer Story von einer Drogenabhängigen gemalt. Hat auf den ersten Blick auch nichts mit der Story zu tun, wenn man es im übertragenen Sinn sieht, dann kann man den Zusammenhang erkennen. (Ob das beim bewussten Bild so ist, weiß ich nicht.)

    Und es bleibt immer noch die Skluptur, die aus Amsträumen verbannt wurde, obwohl sich bis dato niemand daran gestört hatte.

    Fang nicht an, Dinge zu tun, tu sie einfach! (ML)

    Wer wenig denkt, irrt viel (Leonardo da Vinci)

    Meinungsverschiedenheiten über ein Kunstwerk beweisen, dass das Werk neu, komplex und lebenswichtig ist. (Oscar Wilde)

    Wenn Kritiker uneins sind, befindet sich der Künstler im Einklang mit sich selbst. (Oscar Wilde)

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  • Hier werden aber die ganz großen Geschütze rausgeholt: Wenn du die woke Bewegung kritisierst, dann willst du in Wirklichkeit Frauen vergewaltigen und in Ruhe Transmenschen unterdrücken. Eine Nummer kleiner habt ihr es nicht?

    Es ist ein Buch, von dem ihr noch nicht eine Zeile gelesen habt, und allein der Begriff anti-woke lässt euch die Wände hochgehen und treibt euch in immer wildere Spekulationen darüber, was wohl darin stehen könnte.

    Warum in alles in der Welt glaubt ihr, man dürfe die woke Bewegung nicht kritisieren? Ist sie unfehlbar wie der Papst?

    Das bringt mich noch einmal auf das Thema des sexistischen Bildes. Selbstverständlich ging es nicht um die reine Nacktheit, und wir sind hier auch nicht auf reine Vermutungen angewiesen, denn es steht deutlich im verlinkten Thread: Es ging um ein unterstelltes Machtverhältnis zwischen dem (von unseren wackeren woken Zensoren trotz ihrer Gender-Aufgeschlossenheit automatisch männlich gelesenen) Astronauten und der sich faul dahinlümmelnden Dame. Im Laufe der Diskussion wurde immer deutlicher, dass diese Interpretation alles mögliche, aber nicht vollkommen eindeutig war.

    Und trotzdem kamen der urteilenden Person einfach nicht die Worte über die Lippen: Ich könnte mich geirrt haben.

    Woke Menschen irren sich offenbar nie. Darum ist das auch nichts für mich.

  • Also, ich persönlich irre mich ja dann doch öfter mal. Dennoch bin ich mir nach dem Lesen des "Manifest" von Fantastik und Gesellschaft recht sicher in der Annahme, dass ich mit so etwas nichts zu tun haben will. Da Rollen sich einem ja die Zehennägel hoch. <X Den Werbespruch für die Antho bei Blitz finde ich btw hochnotpeinlich und wundere mich, dass die neuen Verleger das mitmachen.

    Hat sich eigentlich mal jemand das Cover -Bild angesehen, weshalb sich damals die Diskussion ergeben hatte? Kunst ist ja bekanntlich Geschmackssache und daher sage ich mal nix dazu. shld"