Beschreibung
Was hält uns am Leben, wenn wir alles verloren haben? Was einmal war, ist nicht mehr. Deutschland hat sich verändert. Tod und Verwesung haben die Straßen erobert, der Kampf ums Überleben ist erbarmungslos.
Mai 2020 markiert den Zeitpunkt, an dem es begann die Toten erhoben sich, getrieben von unstillbarem Hunger nach lebendigem Fleisch. Die Epidemie überrollte das Land wie eine allesverschlingende Flut, bis im Frühjahr 2021 die letzte Grenze gezogen wurde: Deutschland unter Quarantäne.
Zwölf Geschichten erzählen von Menschen, die sich gegen die Leere stemmen. Was hält sie am Leben, wenn die Welt um sie zerfällt? Ein Funken Liebe, die Erinnerung an ein Lachen des eigenen Kindes, die Aussicht auf einen weiteren Sonnenaufgang? Oder ist das, wofür man kämpft, nur noch eine Illusion?
Mit Geschichten von: Christian Günther, Janika Rehak, Marie Erikson, Claudia Rapp, Carolin Gmyrek, Antonia Dorah, Monika Loerchner, Marko Richter-Höfer, Emily Tara Todd, Melanie Kissel, Oliver Bayer und Thomas Williams.
Paar Geschichten habe, die stelle ich schon mal vor.
1) Christian Günther - Familie Bollmann richtet sich ein
Alltagsleben, die Suche nach Geborgenheit, all das beschreibt Günther in aller Kürze sehr eindrucksvoll. Ein toller Opener, der (so interpretiere ich das nach ein paar gelesenen Geschichten) einen schönen melancholischen Ton vorgibt. Hat mich sogleich weiterlesen lassen
2) Janika Rehak - Für Lexi
So, ich bin ein Rehak-Fan. Der eben genannte Ton wird wunderbar in die nächste Geschichte getragen und nach Elegie 1 und Elegie 2 sorgt Janika wieder für eine enorme Tiefe und nähert sich dem Zombiethema auf ganz eigene Weise: Hier geht es um Abschied und Erinnerung.
3) Marie Erikson - Osterglocken
Es bleibt toll. Im Mittelpunkt stehen dieses Mal ältere Protagonisten und Abschied, Tod und Sterben spielen eine Rolle. Literarisch schön umgesetzt. Setzt sich bisher insgesamt von den typischen Umsetzungen eines Survival-Sujets ab. Ich lese noch weiter.
4) Carolin Gmyrek - 7 Tage
Die Herausgeberin steuert selbst auch eine Geschichte bei. Ich muss gestehen, ich glaube, ich kenne den Schauplatz des Geschehens. Eine Kneipe in Leipzig? Hier atmet ein wenig die Tender Bar im Z-Setting, es wird rauchiger und alkohollastiger, nichtsdestotrotz bleibt es emotional mit Tiefe. Die Anonymität von Kneipengästen kann auch nicht durch eine Zombieapokalypse durchbrochen werden. Starkes Ende.
5) Claudia Rapp - Ultravox, bitte kommen
Verdammt, machen die Geschichten Spaß. Allen ist gemein, dass sie nicht Unmengen von Zombies und Personal zeigen, sondern die Handlungen ähneln kleinen, intelligenten Kammerspielen. So auch hier. Was es bedeutet, plötzlich jemanden in einer Apokalypse über Funk zu hören ...
6) Monika Loerchner - Bibi
Es wird blutiger, aber nicht trivialer. Was es bedeutet, ein Kind zu retten,, wenn alle doch schon leicht wahnsinnig sind, zeigt Loerchner hier eindrucksvoll!
Kurze Pause, ich werde dann weiter berichten.