Lesezirkel August - Elisabeth Hand: Wylding Hall

  • Man kann sich natürlich fragen, wie oft (und ob überhaupt) so ein Buch sich in einem Buchhandlungsregal befindet.

    Ich finde die Erzählweise gelungen, die wechselnden Perspektiven machen es aber schwierig sich zu erinnern, wer das gerade ist, aus dessen Sichtweise erzählt wird.

    Ein wenig nervend ist die Hauptperson: Außerirdisch schön, musikalisch extrem begabt, viel mehr Klischee geht nicht. Hat mich ehrlich gesagt gestört.

  • Playlist Mylding Farm Youtube MusicNochmals hier als Tipp meine Playlist zur Lektüre:


    ==https://music.youtube.com/playlist?list=PL1pZEfMvmL4LKVlSjButIehKMZyWyVIdC&si=hFOcZU7S4HRvFm3S==


    Kopiert den Link ohne die == am Anfang und am Ende in den Browser. Er übernimmt ansonsten nur den ersten Song der Playlist.


    Die Musik und diese Epoche der britischen Popkultur spielt so eine zentrale Rolle in diesem Buch, dass es sich lohnt eine Patchouli Kerze anzuzünden und den Soundtrack zu hören.

  • Man kann sich natürlich fragen, wie oft (und ob überhaupt) so ein Buch sich in einem Buchhandlungsregal befindet.

    Ich finde die Erzählweise gelungen, die wechselnden Perspektiven machen es aber schwierig sich zu erinnern, wer das gerade ist, aus dessen Sichtweise erzählt wird.

    Ein wenig nervend ist die Hauptperson: Außerirdisch schön, musikalisch extrem begabt, viel mehr Klischee geht nicht. Hat mich ehrlich gesagt gestört.

    Ich musste bei der Beschreibung immer an Stevie Nicks von Fleetwood Mac denken. Es war halt damals schon so, dass Du in einer Rockband als Frau nur was zu melden hattest, wenn Du aussergewöhnlich in allem warst (Talent, Aussehen, emotionale Härte, um mit Belästigung und Misshandlung umzugehen, man denke da nur an die Gewalt, die Cher, Stevie Nicks oder Tina Turner angetan wurde). Sehr toughe Frauen dieser Generation, egal wo. In den 70ern durften Frauen ja nicht mal ohne Erlaubnis des Mannes arbeiten oder ein Konto eröffnen.😬 Alles an Selbstbestimmung ist mit Blut und Gewalt erkämpft. Kriegerinnen zeigen keine Schwäche. Ihre Charakterzeichnung zeigt das. Gewalt stumpft ab. Damals zur späten Hippiezeit verschwanden so viele Menschen und oft wurden kaum Fragen gestellt… andere Zeiten.

  • Ach so! 😸 Ich dachte Du meinst Leslie. Bei Julian gibt es aber viele solche Sänger, die eine Persona performativ zelebrieren. Bowie war sehr schön und talentiert, seine Persona war aufmerksam kuratiert, aber dahinter war auch ein richtig feiner Kerl.

  • Hallo Michael,

    Ein wenig nervend ist die Hauptperson: Außerirdisch schön, musikalisch extrem begabt, viel mehr Klischee geht nicht. Hat mich ehrlich gesagt gestört.

    da wir es mit einem Haufen möglicherweise sehr unzuverlässiger Erzählender zu tun haben, ist nicht klar, ob das alles so stimmt, was da dolles ausgebreitet wird. Zumal ja die Ereignisse, von den erzählt wird, geraume Zeit zurück liegen.


    Ich bin inzwischen auch ein paar Seiten weiter (Seite 42). Die Person, der das alles erzählt wird, gewinnt erste Konturen (wird geduzt, ist jünger als 37 Jahre)..


    Horror? Bislang sehr dezent. Das Vogelzimmer. Und das ewige Rumgeraune über das Hügelgrab. Hügelgräber sind nichts sonderlich besonderes, die gibt es bei uns der Gegend auch. Warum also wird darum so ein Aufhebens gemacht? Da muss ja irgendwann irgendetwas passieren ...


    Viele Grüße

    Tobias

  • Hallo zusammen,


    Seize 74 ...


    Nancy (Medium) und Julian haben etwas gesehen ... Aber was?


    Das sechste Kapitel erinnert mich mit seinem Drogenrausch sehr an Szenen aus dem Film "Gothic" (Regie Ken Russel, 1986) und damit an Mary Shelley ... Wie alt war sie, als sie und Percy Bysshe Shelley ein Paar wurden? Siebzehn ... Wie alt ist die Sängerin in dem Buch? Percy Bysshe Shelley galt es schöner, charismatisacher Mann ... Und dann haben wir ja wie im Sommer ohne Sonne ein abgelegenes Haus ...


    Bislang kommt mir leider pyschologischer Horror etwas zu sparsam daher. Ja, ich erfahre viel über die Personen, aber was ist daran schlim/schrecklich/spooky?


    Ab Samstag bin ich übrigens im Urlaub. Da wird mit dem Rad zum Urlaubsort fahren, werde ich das Buch aus Platzgründen nicht mitnehmen können. Ich werde mich dann nachher wieder einklinken ...

  • Ich vermisse die Fazits zu dem Buch.


    Nachdem es mir zu Anfang aufgrund der vielen Personen etwas schwer fiel, einen Überblick zu bekommen, hat mich der Roman auf andere Arten für sich eingenommen. Wie schon geschrieben, bin ich immer empfänglich dafür, wenn Musik- oder Filmkunst zum Träger für Fantastisches werden. Also dafür deutliche Pluspunkte.
    Das Ganze wirkte für mich grundsätzlich, wie die kolportierte Nacht in der Villa Deodati, in der Mary Shelley Frankenstein ersonnen haben soll und was Ken Russel mit GOTHIC daraus gemacht hat. Außerdem mochte ich sehr die hippi-eske Stimmung, die sich durch viele Kleinigkeiten übertragen hat.

    Einiges wurde für mich nicht abgerundet - die Episode mit der "unendlichen" Treppe, wie auch die Frage, wer das Mädchen auf den Fotos ist. Oder habe ich das übersehen? Trotzdem ist das für mich kein Minuspunkt. Ich mochte auch sehr, dass ab und zu die Perspektive von Personen "von Außen" mit eingebracht werden - der Fotograf, die Reporterin.


    Alles in Allem hat mich der Roman auf recht hohem Niveau sehr gut unterhalten und ich hätte den ohne den Lesezirkel wahrscheinlich gar nicht gelesen. Obwohl nichts wirklich neu ist, wirkte für mich alles frisch. Und ich war wirklich von den Socken, als ich danach in Bio nochmal gelesen habe, dass Frau Hand bereits 1957 geboren ist, d.h. sie war fast 60 als WYLDING HALL erschienen ist. Vom Stil her, hatte ich sie wesentlich jünger eingeschätzt. Vielleicht auch, weil sie aktuell auch bei Festa verlegt wird.

  • Du meinst bei Wandler, oder?

    Es ist jetzt was her seit ich den Roman gelesen habe. Ich kann mich ehrlich gesagt nur noch verschwommen dran erinnern. So war ja der Roman auch. Die ganzen Geschehnisse waren ja eher nebulös.

    Hat mir persönlich aber gut gefallen.

    Ohne Lesezirkel hätte ich auch nicht zugegriffen. Ich hatte schon ein oder zwei Kurzgeschichten der Autorin gelesen und das war insgesamt, so weit ich mich erinnere, nicht meins.