Lesenswerte phantastischen Romane aus deutschsprachiger Feder

  • Alexander Blumtritt: Die verschwiegene Schlucht
    Christian [als Marockh] Lautenschlag: Der Araquin

    dito: Sweet America (Prophetisch / hochaktuell, das müsste jemand gerade jetzt neu auflegen; insg. ist Der Araquin aber wesentlich besser.)

    Hermann Rossmann: Klas, der Fisch (Danke noch mal für den Tipp, Arkham Insider Axel !)

    Alfred Kubin: Die andere Seite

    Gustav Meyrink: Das grüne Gesicht

    Michael Knoke: Das Flüstern der Mollusken
    Jörg Kleudgen: Stella Maris

    Fanny Morweiser: La vie en rose

    dito: Lalu lalula, arme kleine Ophelia

    Unter 'angrenzend':

    Heinz Emigholz: Das schwarze Schamdreieck (Surrealismus, Jasper Nikolaisen erinnert mich an ihn.)

    Michael Kumpfmüller: Durst (Sozialrealismus, unaufgeregt abgründig; eines der besten Bücher, das ich je gelesen habe.)

  • Ja, ich hab Klas auch schon zwei Mal gelesen, ein unglaublich tolles, verrücktes Buch.

    Aber Fanny Morweiser — wow, damit habe ich nicht bei dir gerechnet!

    Hehe, die beiden Bücher waren fester Bestandteil bzw. mitauslösend für meine GothPunk-Zeit. Ich mag mag die sehr viel dunkler, abgründiger gelesen haben, als sie gedacht waren, aber vor allem diese Trödelladengeschichte ist so unglaublich charmant, weil sie alles Regulär-Alltägliche komplett ausklammert, ohne tatsächlich konkret phantastisch zu sein. Das ist so eine zufrieden-entrückt-depressive Isolation, finde ich immer noch sehr stark. Hab da immer noch ganz deutliche Bilder vor Augen, nach 40+ Jahren. Und von der Stimmung her trotz Kammerspiel sind beide Romane recht gothic, im klassischen Sinne.

    Leider zündeten ihre späteren Werke überhaupt nicht mehr bei mir, sei es Rosa oder die Kürbisdame, die ich direkt nach Erscheinen las, oder aber die Schwarze Tulpe, das ich bestellte, als ich Jörg Kleudgen entdeckte, also vor nur wenigen Jahren. Wiederlesen der ersten beiden klappt aber gut (liegt also nicht daran, dass ich mich verändert hab).

  • hi Katla

    Ich fasse es nicht, dass jemand außer mir die frühe Fanny Morweiser mag. Wie beglückend!

    Und hier meine Empfehlungen:

    Oswald Levett, Verirrt in den Zeiten.

    und etwas älter:

    August Klingemann, Nachtwachen von Bonaventura.

    Und als Short-Story-Cycle, den man aber auch als Roman lesen kann:

    Jörg Kleudgen, Cosmogenesis.

  • Ich fasse es nicht, dass jemand außer mir die frühe Fanny Morweiser mag. Wie beglückend!

    [Skl] Oh, so cool! Das freut mich auch ungeheuer. Kennst du die Romane aus der Mitte, sozusagen? Ich wollte mich von der Tulpe aus eigentlich rückwärts lesen, aber der hat mich so abgeturnt, das war so lustlos erzählt/charakterisiert, dass ich erstmal die Finger davon gelassen hab. Würde mich eigentlich sehr freuen, wenn es da noch wenigstens ein späteres Highlight gäbe.

  • Auf meiner persönlichen Favoritenliste stehen gerade mal zwei deutschsprachige Romane, und die sind jetzt nicht wirklich Geheimtipps:

    Patrick Süskind: Das Parfüm

    Andreas Eschbach: Die Haarteppichknüpfer

    Oft wusste ich weder im Wachzustand noch im Albtraum, auf welchem Planeten ich mich befand, oder in welchem Zeitalter, sondern driftete im großen Mahlstrom von Zeit und Raum und Begebenheiten, ohne Boden, auf dem mein Bewusstsein stehen konnte; und die Welt war für mich nur ein Trugbild und eine neue Darbietung; und die Grenzen von Traum und Wachsein verwischten. (Matthew Phipps Shiel: The Purple Cloud)

  • Ich mag alles von der Morweiser, lediglich O Rosa find ich schwach, Ein Sommer in Davids Haus gefiel mir

    auch sehr gut! Ich hab mal für Phase X einen (Fan) Artikel über Sie geschrieben,

    ihre liebevollen schrägen Außenseiter, die sind so einzigartig, gabs früher auch so,

    selber einige solche Typen kennengelernt!