Brian Keene - Der King in: Gelb

  • Endlich bin ich dazu gekommen, die Besprechung dieses Hörbuchs aus der Yellow King-Schmiede fertig zu stellen. Auf der Webseite ist es gar nicht mehr zu sehen aber als Download bei Audible/Amazon und wahrscheinlich einigen anderen noch verfügbar. Eine absolute Empfehlung!



    „Hastur Productions präsentiert stolz: Gelb – Die furchtbare Tragödie des jungen Castain, verboten in Paris, München, London und Rom. Wir sind stolz, diesen Klassiker des 19. Jahrhunderts in seiner einzigen US-Aufführung nach Baltimore zu bringen. Gelb – voll von Musik, Emotionen und dunklem Erstaunen, ist eine unvergessliche und rätselhafte Geschichte. Sollte man nicht verpassen!“


    STORY

    Es soll ein gemütliches Abendessen für Roger und Katherine werden, als sie vor dem Restaurant von einem Obdachlosen angesprochen werden – „Habt ihr Gelb gesehen?“ Ebenso merkwürdig ist das Gespräch am Nachbartisch, das sie während des Essens mithören. Über ein Theaterstück, in dem Schauspieler tote Rockstars – Elvis Presley, Kurt Cobain, Janis Joplin, usw. – spielen, die wiederum Rollen in einem bizarren Musical spielen. Die Frau am Nebentisch redet sich darüber regelrecht in Rage, bevor sie ihren Begleiter tötet und sich selbst mit einem Löffel die Augen ausschabt. Verstört irren Roger und Catherine daraufhin durch die Gegend und entdecken ein Werbeplakat für das Stück „Gelb“, offenbar das Schauspiel, von dem die Frau gesprochen hat. Einem spontanen Impuls folgend besucht das Pärchen die Mitternachts-Aufführung, die im Robert W. Chambers-Theatre stattfindet.


    MEINUNG

    Die Beziehung von Roger und Katherine ist in träger Gewohnheit erstarrt. Das schockierende Ereignis im Restaurant reißt das ungleiche Paar aus ihrer bequemen Alltags-Lethargie und weckt sowohl Abscheu wie auch eine überraschende Abenteuerlust, die sie schließlich in eben jenes geheimnisvolle Etablissement führt, das offenbar der Auslöser des grotesken Vorfalls war.


    In aller Kürze ist „Der King in: Gelb“ vollgepackt mit starken Bildern und nahezu greifbarer Atmosphäre, die der Story, über das fantastische Geschehen hinaus, eine ungewöhnliche Dichte und Lebendigkeit verleihen. Wohldosiertes Namedropping aus Robert W. Chambers‘ Werk und weitere Zwischen-den-Zeilen-Informationen machen die Story zu einem wahren Fest für die Kenner der Materie.

    Der außergewöhnliche Kniff der Geschichte ist die Kombination der „König in Gelb“-Elemente mit dem Auftritt verstorbener Rock-Legenden, denen ebenfalls der Nimbus des Geheimnisvollen anhaftet. Das augenzwinkernde Wortspiel mit „King” (als Synonym für den Elvis Presley, den King of Rock’n’Roll) und „König“ ist in diesem Zusammenhang schlichtweg brillant.


    Herausragend ist auch die Hörbuch-Umsetzung der Story. Kai Schulz einnehmende Interpretation schlägt den Hörer bereits ab dem ersten Satz in den Bann – „Der Mann stand verfaulend an der Ecke.“ – und lässt schnell vergessen, dass man hier „nur“ einem einzigen Sprecher zuhört.


    Die deutsche Übersetzung der Kurzgeschichte ist der Storysammlung „Jacks magische Bohnen“ (Atlantis Verlag, 2012) entnommen, die hoffnungslos vergriffen ist.

  • Ich kenne ein paar Bücher von Brian Keene. Die Geschichte klingt für seine Verhältnisse recht ungewöhnlich, was ich nicht abwertend meine. Ein paar seiner Werke haben mir sehr gut gefallen. Nach "Der King in Gelb" werde ich mal Ausschau halten.

  • Brian Keene lese ich immer mal wieder gerne. Die Story müsste auch in dem Kurzgeschichtenband "Angst vor dem Sturz" drin sein. Die ist aber auch vergriffen.