Sehenswerte Kunstausstellungen

  • Wenn es mit der Ausstellung in Tübingen nicht klappt, könntest du vielleicht eine spirituelle Reise nach Neviges unternehmen, um Böhms Kirche, ein skulpturales Erlebnis aus Beton, zu bestaunen

    Ja, danke sehr, die muss live & in Farbe der Hammer sein! <3 Dafür würde ich glatt einen spirituellen Raum / Kontext ertragen.

    Was mir sehr viel mehr am Herzen und sogar auch geografisch näher liegt, ist sein Rathaus Bensberg. Gehört zu meinen meistgeliebten Bauwerken überhaupt, reine Perfektion. Hab ich auch mal als Setting genommen - leider ist es momentan wohl ungenutzt, wenn auch vor einigen Jahren liebevoll saniert. Also käme man nicht rein, denke ich.

    Das Problem ist nicht Tübingen an sich, sondern, dass ich Zeit mit der Familie verbringen will, die eben in Darmstadt wohnt. An dem einen Tag Frankfurt werd ich aber versuchen, meine Freundin ins neue DAM zu schleppen, die Ausstellung interessiert mich brennend, als Pendant zu Barnabas Calders Architecture. From Prehistory to Climate Emergency.

    Bensberg Rathaus und Burg.jpg

    Einmal editiert, zuletzt von Katla (15. Juni 2025 um 11:51)

  • Liebe Katla,
    gibt es empfehlenswerte deutschsprachige Bücher über die brutalistischen Bauwerke in Deutschland? Ich dachte da an eine einfühlsame und tiefgehende Einführung für Neulinge in die vielfältigen und abwechslungsreichen brutalistischen Sakralbauten.

  • Nimmerland - Maria Wirth
    Galerie Grolman (Berlin)
    19.06. - 26.07.2025

    Wer das Nimmerland kennt, weiß, was es heißt, nie ganz erwachsen zu werden. Zu glauben, dass Vorstellungskraft Welten erschaffen kann. Dass Magie existiert - dort, wo Märchen, Mischwesen und Mythen auf das Innerste des Menschen treffen. In der Ausstellung 'Nimmerland' führt uns Maria Wirth mit ihrer Malerei an genau diesen Ort: einen Raum zwischen Wirklichkeit und Vorstellung, zwischen Erinnerung und Traum. Ihre Bilder sind kraftvoll, vielschichtig - und zugleich zutiefst persönlich.


    Ausstellung: https://kurzlinks.de/fvtu
    Künstlerin: https://kurzlinks.de/esz5

  • Liebe Katla,
    gibt es empfehlenswerte deutschsprachige Bücher über die brutalistischen Bauwerke in Deutschland? Ich dachte da an eine einfühlsame und tiefgehende Einführung für Neulinge in die vielfältigen und abwechslungsreichen brutalistischen Sakralbauten.

    Lieber Hospes , mehr Interesse an dem missverstandenen Baustil freut mich ganz irrsinnig - denn mehr Interesse führt manchmal sogar zu Abriss-Stop. Und die Bauten der Nachkriegsjahrzehnte sind am meisten von Abriss betroffen, keine älteren und keine jüngeren.

    Brutalistische Sakralbauten gibt es sehr viele, allerdings ist dies die einzige Ausdrucksfrom, die ich nun meide, weil ich da den Bau nicht vom Zweck trennen kann, tut mir leid. In der Literatur wird das aber nicht getrennt. AD stellt hier z.B. einen Bildband vor, der dann selbst auf engl. ist. Zu den Sakralbauten der beton-affinen Familie Böhm speziell gibt es hier ein sicher tolles Buch. Hier ein Kurzartikel zu regionalen Brutalismuskirchen (BW).

    Empfehlenswert als Einstieg ist auf jeden Fall der Katalog zur Ausstellung, die weltweit Aufmerksamkeit darauf richtete und der Start unzähliger Initiativen sowie des Umdenkens war: #SOSBrutalismus Hrsg. vom DAM (später als Wanderausstellung), das auch eine Art Schirmherrschaft über die Datenbank hat bzw. diese organisiert und sehr aktiv pflegt. Gefördert wurde und wird das von der Wüstenrot Stiftung. Letztes oder vorletztes Jahr neugedruckt, zum damaligen Neupreis wahlweise auf deutsch oder englisch erhältlich.

    Ich habe die englische Ausgabe, und lese auch ansonsten alles auf Englisch dazu (weil das Thema in UK schon länger behandelt wird als im deutschsprachigen Raum und auch, weil ich Englisch / UK generell bevorzuge).

    Zu Böhm und auch der Kirche, die du oben so nett erwähntest, gibt es antiquarisch eine kleine DIN A 5 Broschüre, die sehr schön ist. (Andere Bücher zu Böhm waren entweder vergriffen oder unbezahlbar. Das ist beim dem Thema sehr häufig ein Problem.)

    [Cof] :* [Cof]

  • Wunderbilder und Träume - Sophie Tiecks Märchen gestaltet von Henrik Schrat
    Deutsches Romantik-Museum (Frankfurt am Main)
    26.06. - 31.08.2025

    Sophie Tieck war die jüngere Schwester des Schriftstellers Ludwig Tieck. Gemeinsam mit ihm schrieb sie schon in jungen Jahren fantastische Geschichten, die 1802 unter dem Titel ‚Wunderbilder und Träume‘ in elf Märchen gedruckt erschienen. Drei dieser Märchenerzählungen hat der Künstler Henrik Schrat (*1968) als Bezugspunkt gewählt, um dazu ebenso fantasievolle Bildgeschichten zu entwerfen. Wie die meisten Arbeiten Henrik Schrats sind auch diese Zeichnungen in strengem schwarz/weiß-Kontrast gehalten und erzielen Wirkung durch ihre Flächenhaftigkeit. Sie erinnern damit an die um 1800 sehr beliebte Technik des Schattenrisses, greifen zugleich aber Bildmuster auf, die vom Genre der Graphic Novel her vertraut sind. Indem die in einem märchenhaften Nirgendwo angesiedelten Texte Sophie Tiecks von Henrik Schrat radikal in die Gegenwart verpflanzt werden, entstehen spannungsreiche Kontraste zwischen damals und heute.

    Ausstellung: https://kurzlinks.de/mei2

  • Die Wiener Bohème. Werke der Hagengesellschaft
    Albertina (Wien)
    bis 12.10.2025

    Überzeugt von ihrer Bedeutung, stiftete die Hagengesellschaft der ALBERTINA bereits 1905 ein Konvolut von über 800 Zeichnungen. Tatsächlich gilt die Wiener Künstlergesellschaft als wichtige Vorläuferorganisation von Secession und Hagenbund. Zwischen 1880 und 1900 trafen sich die Mitglieder regelmäßig in ihren Stammlokalen Zum blauen Freihaus und Café Sperl. Dort entstanden in geselliger Runde hunderte Zeichnungen und Aquarelle von Künstlern wie Josef Engelhardt, Adolf Böhm, Rudolf Bacher, Johann Victor Krämer und anderen. Einige dieser Blätter wurden später in der Kunstzeitschrift Ver Sacrum publiziert. Die Ausstellung versteht sich als Beitrag zur Erforschung der Wiener Moderne.

    Ausstellung: https://kurzlinks.de/orp5

  • Lydia Pettit - E.M.D.R.
    Galerie Judin (Berlin)
    28.06. - 23.08.2025

    Schwarze Flüssigkeit ist ein wiederkehrendes Motiv in meiner Arbeit, ursprünglich ein Verweis auf Besessenheitsfilme und Spukhäuser, in denen sich die Flüssigkeit der Rohrleitungen oder des Körpers schwarz färbt, um Bösartigkeit, Krankheit oder einen Fluch anzuzeigen. In meiner Praxis ist es zu einer Darstellung des Traumas geworden, eines Traumas, das dem Körper entweicht, ungeachtet der Versuche, es zu verbergen, oder das den Körper verschlingt, wenn man sich der Akzeptanz nähert. Inspiriert von den Bildern und der Farbpalette von Jonathan Glazers "Under the Skin", habe ich mich entschieden, dieses Motiv für E.M.D.R. zu erweitern - was, wenn ich endlich die Oberfläche dieser schwarzen Flüssigkeit aufstöbere, was, wenn ich endlich eintauche? Was werde ich in meiner eigenen Vergangenheit finden, und was riskiere ich, um einen gewissen Frieden mit dem Geschehenen zu finden?

    Ausstellung: https://kurzlinks.de/l0zo

  • Sterne über Paris - Sergio Birga und die Moderne
    Lindenau-Museum Altenburg (Altenburg)
    bis 10.08.2025

    Als der aus Florenz stammende Künstler Sergio Birga (1940–2021) Mitte der 1960er-Jahre nach Paris kam, begann er leidenschaftlich und rastlos mit druckgrafischen Techniken und Formen der Malerei zu experimentieren. Daneben waren es die gesellschaftlichen Umbrüche und Ereignisse wie die Studentenproteste 1968 oder der Vietnamkrieg, welche zunächst seine Motivwahl und Gestaltung beeinflussten. In späteren Jahren fühlte er sich mehr der sogenannten Pittura Colta mit ihrem Aufgreifen mythologischer Themen in einer altmeisterlichen Konventionen folgenden Bildsprache verpflichtet. Eine besondere und lebenslange Faszination übte der Schriftsteller Franz Kafka auf Birga aus. Immer wieder griff er dessen Erzählungen auf, um ihre düsteren Visionen bevorzugt als Holzschnitte umzusetzen. Das Interesse am Fantastischen und Geheimnisvollen spricht ebenfalls aus seinen zahlreichen Darstellungen nächtlicher Straßen oder unheimlicher Traumbilder. Dabei verlor er jedoch nie den Sternenhimmel über seinem Pariser Atelier aus den Augen.

    Ausstellung: https://kurzlinks.de/fway

  • Installation „Bass“

    Steve McQueen

    Schaulager Münchenstein / Basel

    Eine spektakuläre sinnesbetäubende Installation des Oscar-prämierten Regisseurs Steve McQueen (Hunger / Shame / 12 Years a Slave).

    In meinen eigenen Worten, was ich heute erlebt habe:

    Die Räume sind riesig und mit wechselnden intensiven Farben getränkt, welche die Sinne vernebeln und das Gehirn kalibriert sich neu. Die Farben werden von langen, an der Decke befestigten Lichtstäben (Röhren) ausgestrahlt. Musik (Gitarren und Bässe) ertönt aus riesigen Boxen, die in jeder Ecke von der Decke hängen und eine Geräuschkulisse erzeugen. Mein neugieriger Geist zwingt mich, dem Bass zu folgen, der mich in die Mitte des grossen leeren Raums führt, wo die Musik nun aus allen vier Richtungen kommt und gleichmäßig verteilt ist. Die Farben und die Schwingungen der Musik haben einen direkten Einfluss auf meine Gehirnströme. Wenn ich mich dem Zentrum der Installation nähere, fühlt es sich an wie Schwerelosigkeit. Der Bass bringt jede Zelle des Körpers dazu zu vibrieren. Es ist, als würde ich 30 cm über dem Boden auf einem Klangteppich laufen, das Gefühl ähnelt Schwerelosigkeit. Jede Zelle meines Körpers schwingt im Einklang mit. Eine jenseitige, transzendentale Erfahrung. Wahrlich beeindruckend.

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  • Thauma
    Levy Galerie (Berlin)
    bis 19.07.2025

    Das Neue, Unbekannte oder Kuriose zu sammeln, zu erhalten oder neu zu erfinden bildet den Ausgangspunkt für die Werke in der Ausstellung. Sei es wie bei Friedrich Einhoff, der sich die Objektkästen früher Naturwissenschaftler zum Vorbild nimmt und dort rätselhafte Insektenwesen dokumentiert; Toyens Zeichnungen natürlicher Gebilde, die für uns wie Momente eines Science-Fiction Films anmuten, VLADS skurrile Mensch-Instrumenten-Hybride, Klaukes Figuren, die an surrealistische cadavre exquis erinnern; oder Meret Oppenheims Sicht auf ihre Umwelt und die Fähigkeit, Bezeichnung, Funktion und Intention surreal zu verrätseln. Die Werke führen spielerisch durch die Windungen und Biegungen des menschlichen Bewusstseins und offenbaren dabei die Ergebnisse einzigartiger künstlerischer Wahrnehmung und Interpretation.

    Ausstellung: https://kurzlinks.de/bgfp

  • Nikolai Makarov: MAKAROV
    Galerie Friedmann-Hahn (Berlin)
    bis 28.07.2025

    Makarov provoziert die Grenzen der Wahrnehmungsfähigkeit und täuscht die Sinne, indem er seine Sujets in einen transparent-nebligen Schleier hüllt. Reales verschmilzt mit dem Irrealen; es geht ihm darum, visuell Erfassbares zu vermitteln, zugleich die Wirklichkeit zu verschleiern und die Szenerien atmosphärisch zu verändern. Sujets werden zugunsten der Suggestivkraft entfremdet. Je weiter sich die Darstellung vom - stets nachvollziehbaren - Realitätsgehalt entfernt und die persönliche Impression obsiegt, vermag sie heterogene, auch illusionistische Assoziationsmöglichkeiten zu vermitteln.

    Ausstellung: https://kurzlinks.de/xx4s