The Last Voyage of the Demeter

  • Eine neue Dracula-Adaption läuft ein.


    Externer Inhalt m.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    "The amount of weird material I have not read is appalling"


    HPL to CAS, 1925

  • Also das interessiert mich, ich bin dankbar für den Hinweis! Entstanden mit deutscher Beteiligung und entsprechenden Fördermitteln. Gedreht u. a. in Babelsberg.


    Diese im Roman recht nebulös (deshalb um so eindringlicher) dokumentierte Episode ist für mich eines der Highlights der ganzen Story. Es handelt sich, wenn ich recht sehe, um jene Geschehnisse, die Mina Murray in ihrem Tagebuch abheftet, namentlich die Berichte aus dem Daily Telegraph, welche wiederum auf dem Logbuch der Demter basieren.


    Ja, diese tödliche Überfahrt ist überhaupt einer der crucial Aspekte des Buchs, weil sich hiermit der Einzug des Vampyrs in die zivilisierte Welt vollzieht. Sehr richtig wurde auch in dem Nosferatu-Film Wert darauf gelegt. Und nicht umsonst ist eines der berühmtesten Bildes dieses Films jenes, welches den Nosferatu auf Deck stehend zeigt (aus der Froschperspektive).


    Schiff-Filme liebe ich eh und somit habe ich eine recht hohe Erwartung an den Streifen. Mal schauen, ob und wie sich diese erfüllen lässt.

  • Ja, der wurde tatsächlich hier bei mir in der Nähe gedreht, auch Außenaufnahmen!

    Schon mehrmals verschoben, kommt er dann im August in die Kinos. Der Film ging als Projekt schon durch so viele Hände in den letzten 10 Jahren. Umso schöner, dass es jetzt geklappt hat.

    Es wäre fatal, wenn der Film floppt, also geht alle unbedingt ins Kino! :)


    Ich warte schon gespannt darauf, denn gute Vampir Filme sind wirklich Mangelware seit der Jahrtausendwende.

    Der Roman ist eigentlich noch auch nie "richtig" und vollständig verfilmt worden, was der Tagebuch-Schreibweise zu schulden ist.

    Hoffentlich gibt es irgendwann mal jemanden, der das große Budget von einem Filmstudio bekommt, um dieses tolle Werk in Gänze blutig und schaurig wiederzuerwecken...

  • Kino: Auf dem Holzschiff
    Asche zu Asche, Staub zu Staub: Der Horrorfilm »Die letzte Fahrt der Demeter« über Draculas Anreise • Foto: Universal Pictures/Amblin Entertainment/imago
    www.jungewelt.de

    "The amount of weird material I have not read is appalling"


    HPL to CAS, 1925

  • Hab leider auch schon nicht so Gutes drüber gelesen...

    Das ist schade für den Film, aber eine wirklich sehr gut geschriebene, un-hämische und sehr sauber hergeleitete Kritik, die ich - als Text - sehr gern gelesen habe. Darin tauchen einige Punkte auf, die mir bereits beim Trailer aufgefallen sind (nicht nur die Kreatur, auch das Schiff ist CGI bzw. eine Studiobühne, dabei hätte man doch gut & gerne mal wieder die Amphitrite (der Bug hier) nehmen können, für die ich das Filmschiff im ersten Moment hielt). Beim wahnsinnig trockenen Holz des Rumpfes war dann aber klar, dass dies eine Konstruktion an Land ist - wie in Black Sails auch, aber dort wirklich sehr überzeugend gelungen. Mit einer feinen Lackschicht hätte man bei der Demeter den Teer & Öl-Anstrich jener Zeit ganz gut imitieren können.


    Die Ähnlichkeit zu Max Schreck, die und die generisch-lieblos wirkenden Bewegungen des Monsters haben mich leider im Trailer auch total abge ... äh ... schreckt.


    Ich hab den Eindruck, das ist - wie Lovecraft Country - eine Spielfilmversion von revenge porn, denn Stoker hätte niemals - absolut niemals! - eine schwarze (oder chinesische) oder weibliche Figur als positiv oder gar als Protagonisten in einen solchen Plot geschrieben. Der Autor rotiert verdienterweise sicher im Grab und deshalb schon würde ich mit einiger Häme dem Film auch hohe Besucherzahlen wünschen.

    Da ziehe ich mal mein Zitat (eines von vielen dieser Art im Buch) aus meiner Rezi zu Stokers Midnight Tales raus:

    "But if the crafts [die Segelboote der Piraten] were ugly, the men were worse, for uglier devils I never saw. Swarthy, yellow chaps, some of them, and some with shaven crowns and white eyeballs, and others as black as your shoe, with one or two white men, more shame, among them ..."


    Und angesichts dieser Kurzgeschichten kann man vielleicht einiges aus der Kritik oben nicht unbedingt den Filmemachern anlasten, da kam ich im Grunde bei den Tales zu einem identischen Fazit: Stoker schreibt bestenfalls im Stil der (schlechtesten) Georgian Gothic Ende des 17. Jh.: kruder Stil, vorhersehbare Plots, platteste Figuren, noch plattere paranormale Phänomene.


    Von André Øvredal hatte ich damals Trollhunter gesehen, leider einer der vorhersehbarsten, plattesten Filme, wegen denen ich je eine Kinokarte gekauft hab. Ich bin sehr gespannt auf eure Eindrücke von der Demeter, die von Shadowman zitierte Rezension klingt nämlich leider so, als hätte der Regisseur in den letzten 13 Jahren nicht viel an dem Problem geändert. Dabei kommen aus den Nordischen Ländern oft sehr innovative, dynamische Phantastik-Filme.

  • NOSFERATU von Robert Eggers ist auch noch in der Mache.


    Hat eigentlich jemand die DRACULA Miniserie von Marc Gatiss und Steven Moffat auf Netflix gesehen? Episode 2 soll auch nur die Überfahrt auf der Demeter behandeln.

    Ja, ich habe die Serie vor 2 Jahren im Ganzen gesehen. Tatsächlich war dieser Part das Highlight der ganzen Serie, zusammen mit dem Anfang im Schloss. Insgesamt aber leider, wie es mittlerweile üblich ist, alles "modern" verfälscht und aufgeweicht, weshalb ich in meinem Online-Rating damals nur 7/10 Wertungspunkten vergeben habe.

    Claes Bang fand ich trotz des Alters überraschend gut besetzt und hier hätte eine richtig starke Horrorserie entstehen können, wenn man die Grundstimmung und die Richtung des Romans beibehalten hätte.

    Nach den ganzen Reviews, erwarte ich vom Kinofilm auch nicht sehr viel mehr.


    -----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


    Katla : Bram Stokers Schreibqualitäten sind im Großen und Ganzen schon limitiert, trotzdem finde ich es bewundernswert, was dann doch alles an Inhalt und Stimmung in "Dracula" und den Kurzgeschichten "Das Haus des Henkers" und "Draculas Gast" verarbeitet wurde.

  • Der Film läuft seit heute auf Amazon Prime in der Flatrate, also eine niedrig-schwellige Möglichkeit den Film an einem regnerischen

    Abend zumindest aus archivarischen Gründen zu sehen.

  • Hängt sicher stark von der Erwartungshaltung ab, aber wer mir einen besseren Vampirfilm aus den letzten 10 Jahren nennen kann, you‘re welcome %X


    An „Sinners“ hatte ich bspw. eine hohe Erwartung und wurde verhältnismäßig mehr enttäuscht.

  • Ich schaue den Film am Freitag und berichte dann in Form einer kurzen, spoilerfreien Kritik.

    Das habe ich ja ganz vergessen!

    Also aus der Erinnerung ...

    Der Film ist in allen Bereichen Mittelmaß, eher ein wenig schlechter. Große Enttäuschung: der Vampir war nur ein grauer CGI Klumpen auf der Kinoleinwand. Auch sonst hatte ich leider nie das Gefühl, dass ich mich gerade "an Bord" und damit in einer anderen Zeitepoche befinde. Alles leidet unter dem bekannten Problem der neuesten Filme, dass sämtliche Handlungspunkte dem Zuschauer noch einmal ausgiebig erklärt werden sollen. Für einen Regentag noch empfehlenswert. Schaut da aber lieber Nosferatu von Robert Eggers! Gesamtwertung: 5,5/10

  • Meine Erwartung wurde nun erfüllt, der Film bietet zufriedenstellend leichte Kost für einen regnerischen Abend mit einem Bier, aber keinesfalls mehr. Für wirklich gute Filme, die auch nachklingen und in Erinnerung bleiben, passt deutlich besser ein guter Wein (Lugosi: "Ich trinke niemals ... Wein"), was ich durch sorgfältige Filmauswahl bereits vorher abschätzen kann. Hier war ich nun vorgewarnt, von daher konnte ich kaum enttäuscht werden. Das ging mir bei Eggers "Nosferatu" deutlich anders: hier waren meine persönlichen Erwartungen nach seinem "The Witch" deutlich höher, entsprechend enttäuscht war ich von seiner Neuinterpretation. Wie es auch immer so ist: das Erlebnis der Erfahrung eines Werkes (Film, Bild, Buch, Musikstück etc.) wird duch Erwartung geprägt.


    Alles im Film Gezeigte hat man so oder ähnlich bereits in anderen Filmen gesehen, ohne dem Genre oder Thema etwas Neues hinzuzufügen. Der Vampir erinnert streckenweise an die Animation von "Gollum" aus "Herr der Ringe", einzelne Szenen bemühen "The Shining".


    Einzig der gewohnt brilliante Liam Cunningham als Captain Eliot kann als Darsteller überzeugen. Der Vampir selber ist hier keine tragische Gestalt im Geiste Bram Stokers, sondern ein Monster. Und da liegt das Problem: es handelt sich in meinen Augen um eine "Monster-Movie", welches weder das Potential der klaustrophobischen Enge des isolierten (Segel-)schiffes auf hoher See mit tödlicher Fracht (Nostromo, Alien, Weltall) nutzt, noch aus der besonderen Konstellation des typisch tragisch liebenden und leidenden "Untoten" des Vampir-Genres es Nachhaltiges schafft.


    Das Produktionsdesign insgesamt dürfte die Generation zufriedenstellen, die mit den britischen Hammer-Filmen gross wurde. Entsprechend verbreitet der Film ein eigentümliches Retro-Feeling. Sofern man also sich hier wohlfühlt, würde ich weiterhin dazu raten: Regen abwarten und ein Bier bereitstellen. Ansonsten: Weissburgunder und raus an die Abendsonne.

  • Der Film ist zwar stimmungsvoll inszeniert, aber die Handlung mäandert uninspiriert und ohne jegliche Überraschung vor sich hin. Als ich ihn sah, war ich geistig gerade etwas träge, also hat mich der Film gut unterhalten. Auf keinen Fall würde ich den noch einmal gucken. ABER ... er ist meiner Meinung nach um Welten geniessbarer als Nosferatu von Eggers.