John Langan - Der Angler

  • Vor ein paar Wochen fertig geworden und wollte es ersmal sacken lassen

    Mit etwas Abstand, was soll ich sagen? Stilistisch hat es mir gefallen, ein wenig King lastig aber mit gutem kosmischen Schrecken garniert. Allerdings ist es imho einfach nicht gut aufgeteilt. Der Mittelteil mit der Rückblende ist viiiiiiel zu lang für meinen Geschmack. Das hat der Autor wohl auch selbst erkannt und seinen Protagonisten mitteilen lassen, dass er sich über die Erzählungslänge aus 4ter Hand wundert, was da noch alles bekannt ist. Wieso er es dann nicht auf den reinen Inhalt runtergebrochen hat, anstatt sich in Ausschweifungen zu ergehen , weiß er wohl nur selbst. :/ Jedenfals ist der Rückblick nicht in die Handlung eingebettet, sondern hätte auch als eigenständiges Buch funktioniert. Dann hätte er einen Roman über den Dammbau und einen im gleichen Universum in der Gegenwart schreiben können, hätte dem Stoff geholfen. Insgesamt war es aber gute Unterhaltung. [Ber]


    Danke Hospes für das Buch. :*

  • Sehr interessant wie die Meinungen bei dem Roman auseinandergehen. Ich finde es immer noch ein atmosphärisches Meisterwerk :)

    P.S: Nepenthe Press hat kürzlich mehrere bibliophile Varianten davon herausgebracht. Wer also Geld hat und es im Original lesen möchte… :)

  • Ich hatte auch vor die Geschichte zu lesen, fand aber die Kurzgeschichte "Kinder des Reisszahns" von ihm eher schwach. Kennt jemand diese Kurzgeschichte?

    Vielleicht neigt John Langan dazu unnötige Nebengeschichten und Rückblenden in die Länge zu ziehen?

  • Die Geschichte ist ein slow burner. Es geht mehr um die unterschwellige Atmosphäre als um Spannung of Effekthorror. Aber es ist durchaus lang und passt in die lokale Folklore der Gegend.

    Im Original ist seine Sprache sehr schön und hat was von Mark Twain oder Walt Whitman. Eher literarisch beeidruckend.

  • Mir hat das Buch sehr gut gefallen.
    Ich kann den Punkt mit der Rückblende nachvollziehen. Vlt. hätte es für dich besser funktioniert, wenn du das im Vorfeld gewusst hättest.

    Ich fand es allerdings ziemlich herausragend in dem Aufbau von Atmosphäre und diesem ständigen Gefühl der Bedrücktheit.
    Es geht ja primär um Verlust und das hat bei mir sehr gut funktioniert.
    Mich hat es sehr berührt auf einer persönlich emotionalen Ebene und das ist mir bspw. bei King noch nie passiert.