Andreas Eschbach - "Todesengel"

  • Inhaltsangabe:

    Ein strahlend weißer Racheengel geht um in der Stadt, der überall dort auftaucht, wo Unschuldige in Gefahr sind, und diejenigen, die ihnen Gewalt antun, brutal bestraft: Ist das wirklich nur die Schutzbehauptung eines alten Mannes, der Selbstjustiz geübt hat? Ein Journalist deckt auf: Es gibt diese Gestalt tatsächlich – er kann es beweisen. Und damit nimmt das Verhängnis seinen Lauf ...


    Ich bin jetzt auf Seite 150, und bisher gefällt mir dieser Thriller echt gut. Eschbach mal etwas anders, und doch liest sich vieles gleich: die Charakterisierung des Protagonisten, die Struktur des Romans, wie Eschbach seinen Spannungsbogen aufbaut und hoch hält, ect. Bisher dreht sich die Geschichte um die Frage oder eher Problematik der Selbstjustiz mit einem Schuss Superheldenmythos. Bin mal neugierig, ob da noch Science Fiction Elemente, technische Spielereien oder eine Prise Phantastik mit ins Spiel kommt. Bisher eine klare Leseempfehlung.

  • Es ist schon eine Weile her, dass ich das Buch gelesen habe, war kurz nach dessen Veröffentlichung gewesen. Mir hat das Buch gut gefallen, das weiß ich noch, obwohl die Bezeichnung "gut gefallen" leider ein bisschen pietätlos klingen könnte angesichts des Themas/ roten Fadens des Buchs.

    Während des Lesens und am Ende des Buchs empfand ich - wie auch bei mehreren anderen seiner Bücher - großen Respekt vor der Arbeit Eschbachs. Ich empfand einige Szenen emotional aufwühlend, andere dafür analytisch und hinterfragend, nach Lösungen suchend. Stellenweise fühlte es sich für mich wie ein bedeutsames Buch an, das über seinen Unterhaltungswert hinausgeht, ohne zu manipulieren, eher den Zwiespalt gut aufzeigend.

    Neben der gesellschaftlichen Thematik kommen persönliche Schicksale nicht zu kurz. Während ich das hier schreibe, sehe ich viele Szenen wieder vor meinem geistigen Auge.

    Zum Thema Sciene-Fiction/ Phantastik möchte ich an dieser Stelle nicht zu viel verraten. Nur so viel: Wer Science-Fiction/ Phantastik gar nicht mag, für den wäre es kein passendes Buch. Wer allerdings einen Science-Fiction/ Phantastik- Roman lesen möchte, für den wäre es ebenfalls nicht das passende Buch. Für mich war es - neben anderen Büchern von Andreas Eschbach - ein passendes Buch.

  • Ich habe den Roman vor sechs Jahren gelesen und fand ihn recht gut:


    Wieder einmal hat es Andreas Eschbach geschafft, ein faszinierendes und zum Nachdenken anregendes Thema zu wählen: Eine nicht namentlich genannte Stadt, die stark an Berlin erinnert, aber genauso gut Gotham City sein könnte, geht immer mehr vor die Hunde. Viele Gebäude stehen leer und/oder sind sanierungsbedürftig, unzählige Leute halten sich mit ihren Jobs nur geradeso über Wasser. Hinzu kommt die stetig ansteigende Kriminalität und Brutalität, über die die Polizei und die Justiz längst die Kontrolle verloren haben.

    Da liegt es auf der Hand, dass jemand das Gesetz selbst in die Hand nimmt. Noch dazu jemand in einer superheldenartigen Verkleidung. Schnell schöpfen auch die Hoffnungslosen wieder Hoffnung und der "Todesengel" avanciert zum Star. Auch durch die Berichterstattung des Journalisten Ingo Praise, der Hauptperson des Romans. Eigentlich ein antriebsloser Pechvogel, der allerdings einige Male zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist und so Karriere machen kann.

    Bei dem Plot über den Racheengel drängt sich der Vergleich mit Batman geradezu auf. Einziger Unterschied zwischen beiden "Helden": der Fledermausmann tötet nicht. Und eben weil der Racheengel diese letzte Grenze skrupellos überschreitet, kann die Geschichte schlussendlich natürlich auch nicht gut ausgehen. Wo kämen wir denn hin, wenn die Selbstjustiz am Ende sogar noch triumphieren würde? Dies ist meiner Meinung nach der einzige Schwachpunkt der ansonsten interessanten Geschichte: man weiß von Anfang an, dass es übel ausgehen wird.

    Die Story an sich ist aber gut durchdacht, selbst von den Namen der Figuren scheint Eschbach keine zufällig ausgewählt zu haben.

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    Meine aktuellen Roman-Veröffentlichungen:
    Düsterer Horror-Thriller: "Die Verschwörung der Schatten"

    Chaotische Ermittler-Krimis: „Mord mit Seeblick“ - „Mord mit Alpenblick“
    Franken-Krimis: „Auf den Hund gekommen“ - „Der unglückliche Glückspilz“

    Weitere Infos unter www.soeren-prescher.de

  • Dem kann ich nichts mehr hinzufügen, Sören. Unsere Meinungen decken sich da praktisch vollkommen. Diese 'realistische' Superheldenstory ist mal was ganz anderes. Eschbach überrascht mich immer wieder aufs neue.


    Das freut mich. Bei den meisten seiner Romane hat Eschbach es wirklich drauf. Lediglich mit seinem letzten Fantasy-Epos konnte ich überhaupt nichts anfangen.

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    Meine aktuellen Roman-Veröffentlichungen:
    Düsterer Horror-Thriller: "Die Verschwörung der Schatten"

    Chaotische Ermittler-Krimis: „Mord mit Seeblick“ - „Mord mit Alpenblick“
    Franken-Krimis: „Auf den Hund gekommen“ - „Der unglückliche Glückspilz“

    Weitere Infos unter www.soeren-prescher.de