• Nachdem eine Gruppe von Teenagern auf mysteriöse Weise verschwindet, beginnt James Lasombra (James Badge Dale), ein von Problemen geplagter Ex-Cop, Nachforschungen anzustellen. Er findet Hinweise darauf, dass eine geheime Gruppe von Okkultisten mit einem furchterregende. urbanen Mythos in Verbindung steht. Ihm wird bald klar, dass sein Leben – und das seiner Lieben – in schrecklicher Gefahr ist.“


    Meine Meinung:

    Regiedebüt von David Prior, der bisher überwiegend mit David Fincher zusammengearbeitet hat. Der Film ging irgendwie ziemlich unter, hat sich aber inzwischen zum kleinen Horror-Geheimtipp entwickelt - Und das durchaus zu Recht. Mmn lohnt sich „The Empty Man“ nämlich schon allein aufgrund seines 25 minütigem (!) Prologs, der im Prinzip ein eigener Kurzfilm darstellt.

    Das Ganze ist recht klassische Weird-Fiction Kost: Eine paar Bergsteiger stoßen in einer Erdspalte auf ein seltsames Skelett (welches deutlich von den Zeichnungen von Zandinsky inspiriert wurde) und gleiten danach immer mehr in den Wahnsinn ab. Im späteren Verlauf des Films kommt dann noch eine Prise Cosmic Horror dazu: Eine überirdische Entität, die völlige Bedeutungslosigkeit der menschlichen Existenz usw. Und wenn dann noch die oben erwähnten Okkultisten bzw. die Pontifex-Sekte auftauchen, wird es sogar ein bisschen philosophisch (Solipsismus, Semiologie, Nihilismus, Nietzsche...). Menschen denen „The Endless“ oder „Wounds“ gefallen hat, können mit „The Empty Man“ definitiv nicht viel falsch machen. Zumindest was die Atmosphäre angeht, sehe ich da durchaus Parallelen.



    Um sich einen ersten Eindruck vom Film zu machen, sollte man sich aber eher die zwei Clips ansehen, die ich hier gepostet habe, und einen großen Bogen, um den wirklich schrecklichen Trailer machen, der mMn ein völlig falsches Bild von „The Empty Man“ zeichnet. Wir haben es hier nämlich definitiv nicht mit einem mystischen Teenie-Slasher à la „Slender Man“ & Co zu tun, bzw. macht dieser Handlungsstrang gerade mal 10 Minuten des 2 ½ stündigen Films aus.

    Generell ist hier wenig so, wie es zunächst denn Anschein hat. Sogar die Tatsache, dass der Protagonist (gespielt von James Badge Dale) etwas flach und außerdem ein einziges Klischee ist, bekommt später noch eine tiefere Bedeutung. Respekt. Und da wir gerade einen Schauspieler erwähnt haben: Auch Marin Ireland, die mich kürzlich erst in „The Dark and the Wicked“ überzeugt hat, taucht hier wieder auf (wenn auch nur in einer kleinen Nebenrolle). Und der Soundtrack von Lustmord ist ebenfalls ziemlich gut.


    Das Ganze basiert übrigens auf einer Comicreihe von Cullen Bunn (der u.a. „Harrow Country“ geschrieben hat). Von Bunn habe ich zwar schon viel gelesen, die Vorlage kenne ich aber leider nicht. Ich hab mir die 3 Trades aber vor ein paar Tagen bestellt und bin gespannt. Die Verfilmung kriegt von mir schon mal 7 von 10 Punkte.



    Den Film gibt es momentan u.a. bei Amazon, Sky oder Youtube für 4,99,- zu leihen. Vielleicht wartet man aber auch einfach, bis er demnächst kostenlos bei den üblichen Streaming-Anbietern auftaucht.

  • Wow, DU hast mal einen Film gesehen. Wie ist das denn passiert? ^^

    Ja, der Prolog ist definitiv das Beste an "The Empty Man", der Rest ist aber auch immer noch sehr sehenswert.


    Die Comics hast du aber nicht zufällig gelesen, Erik?

  • Ja, das ist schon verwunderlich, und dann habe ich ihn noch gemocht. War eine Empfehlung von Kai. Comics habe ich nicht gelesen, weiß aber, dass sie so gut wie gar nicht zusammenhängen mit dem film.

  • Comics habe ich nicht gelesen, weiß aber, dass sie so gut wie gar nicht zusammenhängen mit dem film.

    Okay, das ist interessant. Ich werd nach der Lektüre mal ein kurzes Feedback abgeben.

    Der zweite Band liegt auch schon hier. Zumindest optisch sieht das Ganze sehr ansprechend aus.