Erik R. Andara - Die Erloschenen

  • Puuh, ich hatte echt Glück.. der Briefträger dachte sich wohl: "Ach passt nicht in den Briefkasten, stell ich's halt oben drauf, statt es abzugeben." - normalerweise ist sowas in Berlin dann einfach weg... es war auch ein wenig aufgerissen, vielleicht hatte ich Glück, weil es "nur" ein Buch war... die haben ja keine Ahnung!


    Ich fange wahrscheinlich heute noch an und freue mich schon sehr drauf.... und die Lesezeichen sind wieder mal ein Traum!


    Ich lese gerade: Die Erloschenen von Erik A. Andara


    “A reader lives a thousand lives before he dies.” said Jojen. “The man who never reads lives only one.” - A Song of Ice and Fire (George R. R. Martin)


  • Ich war gar nicht darauf vorbereitet, ein Buch mit Ansprüchen zu erhalten, aber nachdem es mir erklärte, dass es sich ohne all seine Wiener SchwesterBrüder so weit weg im Norden einsam fühlte, nahm ich es mit auf eine kleine artgerechte Tour: Die Filiale der Stadtbibliothek bei mir um die Ecke (Bezirk Kallio) und direkt daneben mein Lieblingscafé, das diese Woche nach einem Jahr wieder öffnete (IPI Kulma, in dem fast nur Sonderbefähigte arbeiten und das eine tolle, ruhige Atmosphäre hat. Sauguten Kaffee und (Öko)Kuchen selbstverständlich auch).

    Ich glaube, dem kleinen Buch geht es schon viel besser. [Gh2] Ganz lieben Dank, Erik R. Andara !

  • Erst einmal habe ich mich zu dem Buch über die schaurig-schönen Lesezeichen gefreut. Vielen Dank! Aber jetzt zum Buch.


    Ein Horror-Sujet mit abgeändertem Weltenbau.

    Es gibt eine Kadenz, die in Schüben agiert und empfängliche Menschen können sehr visionäre Erlebnisse haben, u.a. so auch Verstorbenen oder Erloschenen wieder begegnen.


    Victor ist Streetworker, durch einen Umfall weniger empfänglich für Kadenzen, aber durch eine Begegnung während seiner Arbeit, wird er vor allen durch die Kontrollinspektorin Sinibaldi in eine Geschichte verwickelt, die für ihn selbst immer gefährlicher wird. So viel ohne groß zu spoilern.

    Was das Werk in meinen Augen auszeichnet ist das Gesamtkonstrukt, das ähnlich wirkt und wabert wie die Kadenz selbst. Ich bekomme als Leser ausreichend Futter, um mich eigentlich auf sicherem Boden zu wähnen, aber dann geschehen Dinge, die Andara nur im Ansatz, nicht zur Gänze erklären muss, sie bleiben in einem Graubereich und es führt zu einem steten, angenehmen Gruselunbehagen und starker Neugier beim Lesen. Für mich war "Die Erloschenen" ein Buch, das ich nicht aus den Händen legen wollte.


    Kritik: Nach meiner Auffassung hätte Victor gerne sein Schicksal aktiver in die Hand nehmen können, aber vielleicht hätte sich dann das kadenzartige Grauen nicht so aufbauen können.


    Fazit: 9 von 10 Kapuzenjungen gibt es von mir.

  • Schön, dass Du es mochtest, Vincent.

    Was Victor angeht, hast Du recht, ich habe ihn sehr passiv angelegt, inmitten depressiver Verstimmungen und Antriebslosigkeit. Ich werde das auf Deine Rückmeldung hin noch einmal abklopfen und schauen, was ich daraus lernen kann. Danke!