Herr der Ringe

  • Da ist es wieder, dieses beklemmende und zugleich erwartungsfrohe Zittern. Wie vor den Filmen, da erging es mir auch so. Ich freue mich sehr auf diese Serie und habe zugleich Sorge, dass ich sie nicht mag.

    Aber gucken muss ich sie.

    Und das Bild schaut sehr episch aus.

  • Hat sich sonst noch niemand rangetraut?


    Nachdem mich die Amazoneigenproduktionen meistens entäuscht haben war ich aufs schlimmste vorbereitet, doch

    die ersten beiden Folgen warn echt gut.

    Ok es gibt natürlich zeitgeistiges Diversity-Brimbores und man hat sich die ein oder andere Freiheit bei der Umsetzung erlaubt.

    Für Tolkien-Puristen ist das alles sicherlich nix aber alle anderen Fantasy-Fans dürften ganz gut davon unterhalten werden.

    An die HdR-Filme kommt die Serie meiner Meinung nach aber sicher nicht ran.

  • Ich hab mich "getraut" :-)

    Und? Ja, ich fand sie gut, habe mich nicht gelangweilt (wie bei Sandman) und möchte gern weitersehen (was mir z.B. bei Paper Girls, oder Underground Railroad gerade schwer fällt - um mal Referenzbeispiele zu bemühen von Serien, die ich angefangen habe und eben gerade lustlos beiseite lege).

    Bin nicht so der Tolkien-Spezi und auch kein -Fan, daher ist es mir etwas mehr egal, ob das, was die Serie da erzählt, auch zum Kanon passt. Aber die Figuren finde ich interessant und weit weniger albern, als ich befürchtet habe (die Zwerge finde ich ja immer etwas grenzwertig, und beim ersten Hobbit-Film haben sie mich nur noch genervt, die Ur-Hobbits sind natürlich "niedlich", aber Nori passt, finde ich, absolut).

  • Ich hab schon den Trailer kaum ausgehalten (was aber auch an der CGI liegt und daran, dass ich es zu nervig finde, dass sich in amerikanischen Produktionen keiner mehr 'normal' bewegen kann, sondern immer alles rumfliegen und 'flowen' muss, und die Cast ... naja). Bin also nicht versucht, obwohl ich grad sogar an Prime rankäme, wenn es pay-per-view wäre.

    An die HdR-Filme kommt die Serie meiner Meinung nach aber sicher nicht ran.

    Jacksons? Es gibt ja noch Ralph Bakshis Version aus den 80ern, die ich damals ein paar Mal im Kino gesehen hab und die mir sehr gut gefiel (auch, wenn der Plot nicht ganz so schnell deutlich wird).

    Zwerge finde ich ja immer etwas grenzwertig

    Ja, same here. Und mir geht es noch mehr so mit den Hobbitsen, die kann ich einfach nicht ab. Ich scheiterte als Kind mit dem Kleinen Hobbit und wegen des Shire-Intros später auch mehrmals mit LotR selbst. Bis mir jemand in der Anglistik sagte, niemand finge das Buch vor S. 70 an. Danach wurde ich ein ziemlicher Fan (die Sauron-Annotations u.ä. sind auch super spannend, 1000 Seiten in einem Band). LotR ist ja eigentlich sehr, sehr dunkel in der Grundaussage, was schon Jackson änderte, und diese 'ver-happy-endung' geht mir auch extrem gegen den Strich ... dabei nehme ich mal an, dass amazon es nicht anders handhaben wird. Da wäre ich auf Infos gespannt, wenn die Serie durch ist.

  • Ich habe gerade mal 35 Minuten der 1. Folge ausgehalten. Mit LotR kann ich schon nicht viel anfangen, aber mit dieser Serie noch weniger. Der Einstieg ist viel zu hektisch und langweilig. Ähnlich wie WoT. Amazon sollte hier echt lernen, gerade zu Beginn weniger mehr sein zu lassen. Mag man von GoT halten was man mag, aber gerade der Einstieg war im direkten Vergleich mehr als nur gelungen.

  • Ich schaue und mag die Serie. Bin aber auch keine HdR-Expertin, obwohl ich den Herrn der Ringe und den Kleinen Hobbit gelesen und alle Verfilmungen gesehen habe. Will sagen: Kanon ist mir pupsegal, Hauptsache, ich blicke einigermaßen bei den vielen Figuren durch und langweile mich nicht.


    Aktueller Liebling ist der Elb Arondir. Galadriel empfinde ich in ihrer unentspannten Art etwas anstrengend, aber durchaus interessant. Schöne Bilder, bisher gut ausgewogene Mischung aus Dialog, Atmosphäre und Action. Ich bleib dran.

  • Jana Oltersdorff : kann ich zustimmen, Arondir ist der bisher der einzige der richtig "elbisch" rüberkommt (und das trotz der Abweichung vom Tolkienstandard).


    Galadriel und Elrond sind dagegen echte Reinfälle, mit Cate Blanchet und Hugo Weaving können die Neuen weder optisch noch schauspielerisch mithalten, auch die Charakterzeichnung ist problematisch, ich finde die sind eher Menschen als Elben.


    Insgesamt gesehen fühle ich mich aber trotzdem gut unterhalten und bleib auf alle Fälle dran.

  • Ich muss sagen, dass ich es amüsant finde, wie diese Produktion durch die Bank weg mit "Ist eine relativ generische Streaming-Serie, die außer den Namen wenig bis nichts mit Tolkien zu tun hat" aufgenommen wurde, und die Wertung dann davon abhängt, ob man die Nichtachtung der Vorlage für einen (bedeutenden) Minuspunkt hält oder nicht. Auf Groupthink (manchen vielleicht bekannter als "Reddit") hatte ja irgendwer die Theorie, dass sie die Skripte für diese Dragon-Age-Serie recycelt haben, die nie in Produktion gegangen bzw. nicht vollendet worden ist. Kann ich nicht beurteilen, da ich Dragon Age nie gespielt habe und ich mir diese Serie dank genuinem Desinteresse nicht ansehen kann, aber eine lustige Theorie ist es schon.

  • Vom Hintergrund des Tolkienfans ist die Serie fast schon grotesk (Galadriel springt also vor Valinor ins Meer, um zurück nach MIttelerde zu kommen, das ist in etwa so, als hätte Frodo nach Mordor schwimmen wollen. Zu Fuß hat er etwa 6 Monate gebraucht mit Pausen...). Es ist allerdings ja auch kein Wunder, da Amazon wohl auf dem Silmarillion aufbaut ohne die Rechte daran zu haben (sage ich nach 2 Folgen). Als Fantasyserie finde ich den Start auch eher schwach, wenn ich den Tolkien Background ganz ausblende, allerdings bin ich auch kein Fantasyfan.

    Wenn ich die Serie mit der bisher sehr gelungenen House of the Dragon Vergleiche, hat diese auf jeden Fall die Nase vorn.

  • Vom Hintergrund des Tolkienfans ist die Serie fast schon grotesk (Galadriel springt also vor Valinor ins Meer, um zurück nach MIttelerde zu kommen, das ist in etwa so, als hätte Frodo nach Mordor schwimmen wollen. Zu Fuß hat er etwa 6 Monate gebraucht mit Pausen...). Es ist allerdings ja auch kein Wunder, da Amazon wohl auf dem Silmarillion aufbaut ohne die Rechte daran zu haben (sage ich nach 2 Folgen). Als Fantasyserie finde ich den Start auch eher schwach, wenn ich den Tolkien Background ganz ausblende, allerdings bin ich auch kein Fantasyfan.

    Wenn ich die Serie mit der bisher sehr gelungenen House of the Dragon Vergleiche, hat diese auf jeden Fall die Nase vorn.

    Dass sie die Rechte am Sil. nicht erworben haben, ist bestätigt, was mindestens darauf schließen lässt, dass Amazon einfach nur mit der IP werben wollte. Die ganze Diskussion im Vorfeld war zwar das übliche Theater zwischen den naiven Fans, die nach Strich und Faden auf die Provokations-Werbekampagne reingefallen sind, und den Consoomern, die den "toxischen Fans" (um mal die "nettere" Bezeichnung zu verwenden) natürlich heldenhaft entgegentreten mussten, aber ich kann jeden verstehen, der sich davon beleidigt fühlt.

  • Dass sie die Rechte am Sil. nicht erworben haben, ist bestätigt, was mindestens darauf schließen lässt, dass Amazon einfach nur mit der IP werben wollte. Die ganze Diskussion im Vorfeld war zwar das übliche Theater zwischen den naiven Fans, die nach Strich und Faden auf die Provokations-Werbekampagne reingefallen sind, und den Consoomern, die den "toxischen Fans" (um mal die "nettere" Bezeichnung zu verwenden) natürlich heldenhaft entgegentreten mussten, aber ich kann jeden verstehen, der sich davon beleidigt fühlt.

    Um es vorab zu sagen: Ich fühle mich überhaupt nicht beleidigt. Es ist lediglich eine Schande, das man aus einer Vorlage wie dem Silmarillion oder eben dem tolkienschen Gesamtwerk von Mittelerde so einen B*llsh*t produziert, wie es hier nach ein paar Folgen aussieht. Mir ist auch vollkommen klar, dass Amazon Geld verdienen will und eben auch eine stylishe Galadriel braucht, die das Schwert im Kampf mit dem Troll (der kurz davor fast ihren ganzen Zug in Rekordzeit massakriert hat) noch ein paarmal kreisen lässt, um ihn dann durchchoreografiert zu erlegen. Es werden solche Serien eben nicht eng an der Vorlage für ein paar Konservative wie mich gemacht. Ist ja auch ok, ich habe nicht erwartet, dass man so eine Serie aus Liebe zum Werk macht. Allerdings habe ich neulich im Spiegel gelesen, dass man darauf geachtet hätte, dass z. B. das Versmaß bei den Liedern mit dem von Tolkien übereinstimmt. Da hat man also die Geschichte verge... äh verwurstet aber Details für die echten Freaks eingebaut. Da dachte ich mir danni rgendwie auch einfach nur noch Okaaaaaaaaaayyyyyy. %X

  • Um es vorab zu sagen: Ich fühle mich überhaupt nicht beleidigt. Es ist lediglich eine Schande, das man aus einer Vorlage wie dem Silmarillion oder eben dem tolkienschen Gesamtwerk von Mittelerde so einen B*llsh*t produziert, wie es hier nach ein paar Folgen aussieht. Mir ist auch vollkommen klar, dass Amazon Geld verdienen will und eben auch eine stylishe Galadriel braucht, die das Schwert im Kampf mit dem Troll (der kurz davor fast ihren ganzen Zug in Rekordzeit massakriert hat) noch ein paarmal kreisen lässt, um ihn dann durchchoreografiert zu erlegen. Es werden solche Serien eben nicht eng an der Vorlage für ein paar Konservative wie mich gemacht. Ist ja auch ok, ich habe nicht erwartet, dass man so eine Serie aus Liebe zum Werk macht. Allerdings habe ich neulich im Spiegel gelesen, dass man darauf geachtet hätte, dass z. B. das Versmaß bei den Liedern mit dem von Tolkien übereinstimmt. Da hat man also die Geschichte verge... äh verwurstet aber Details für die echten Freaks eingebaut. Da dachte ich mir danni rgendwie auch einfach nur noch Okaaaaaaaaaayyyyyy. %X

    Versteh mich nicht falsch, ich hatte nicht den Eindruck, dass du dich beleidigt fühlst. Das war eine allgemeine Aussage meinerseits: Ich habe selber insofern Distanz zu Tolkien, dass mich persönlich das alles relativ kalt lässt, aber auch insofern genug Bindung, um zu verstehen, dass da bei anderen nicht so ist, und ich bin halt der Ansicht, dass Unmut keinesfalls unbegründet ist. Wenn man vorgeblich eine Serie in einem vorgefertigten fiktiven Universum ansiedelt, dann aber nicht einmal die Rechte an den eigentlich erforderlichen Materialien erwirbt, obwohl man locker die Ressourcen hätte, lässt das m. E. schon tief blicken. Es geht weniger darum Amazons "Geldmacherei" anzuprangern oder Änderungen grundsätzlich abzulehnen, sondern darum, dass sie sich effektiv geweigert haben, auch nur die Grundvoraussetzung für etwas zu schaffen, das man überhaupt als Adaption ansehen kann, und einfach nur Zuschauer für eine de facto unabhängige Kreation mit einem bekannten Markennamen ködern wollten.


    Ob die Änderungen, etwa bezüglich Galadriel, der Serie tatsächlich größere Chancen auf kommerziellen Erfolg geben, ist fraglich. Sowas richtet sich ja nach gegenwärtiger Hollywood-Politik, die von professionellen Kritikern nur noch weiter verfestigt wird, nicht nach dem tatsächlichen Publikumsgeschmack.